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Unterbringung Amtsgericht Stralsund, Zweigstelle Bergen

10.03.2017 | Allgemeiner Landesbau
Auf der landeseigenen Liegenschaft in Bergen, Schulstraße 1 wird ab dem 20. März diesen Jahres das vorhandene Gebäudeensemble umgebaut bzw. saniert. Das Bauprojekt dient der Deckung des Raumbedarfes für die Unterbringung der Zweigstelle des Amtsgerichtes Stralsund am Standort Bergen in der Schulstraße 1. Das Dachgeschoss des sogenannten "Alten Gebäudes" wird ausgebaut und das seit 25 Jahren leerstehende Hafthaus wird für die Nutzung hergerichtet.
geplante Südansicht mit neuen Dachgauben  v.l.n.r.: Hafthaus   Altes Gebäude   Hauptgebäude (mit Turm) © 2017 Albrecht und Planer / Baumanagement Ulrich BMU Bild größer
Unterbringung Zweigstelle Bergen des Amtsgerichtes Stralsund geplante Südansicht mit neuen Dachgauben, v.l.n.r.: Hafthaus, "Altes Gebäude", Hauptgebäude (mit Turm) © 2017 Albrecht und Planer / Baumanagement Ulrich BMU
Das Gebäudeensemble, das sich entlang der Schulstraße und der Billrothstraße erstreckt, besteht aus dem Hafthaus, dem "Alten Gebäude" und dem Haupthaus. Es ist ein Einzeldenkmal und befindet sich innerhalb des Bodendenkmals "Altstadt".

Hauptgebäude

Das vollunterkellerte zweigeschossige Hauptgebäude (entlang der Billrothstraße) wurde 1903 erbaut und ist in seiner Struktur weitest gehend unverändert erhalten. Das Gebäude wurde vor 15 Jahren unter Beibehaltung historischer Grundrisse und Ausstattungen bereits saniert.
Wesentlicher Inhalt der geplanten Maßnahmen sind für dieses Gebäude neben der barrierefreien Erschließung auch die Umsetzung der sicherheitstechnischen Anforderungen unter Beachtung der definierten denkmalpflegerischen Auflagen, die Erneuerung der Vertikalabdichtung und bauliche Veränderungen, die der Umsetzung des anerkannten Raumprogramms dienen.

"Altes Gebäude"

Das sogenannte "Alte Gebäude" ist ein mittig im Gebäudeensemble stehender Putzbau im klassizistischen Stil. Das Gebäude war ursprünglich ein frei stehendes Einzelbauwerk. Mit dem Ausbau des Gerichtsstandortes 1903 erfuhr das Gebäude eine starke Überformung. Das zweigeschossige, teilunterkellerte Gebäude wurde zweihüftig errichtet.
Das "Alte Gebäude" wurde wie das Hauptgebäude in den Jahren 2001 bis 2003 saniert. Nunmehr soll das derzeit ungenutzte Dachgeschoss ausgebaut werden, um den anerkannten Raumbedarf umzusetzen. Darüber hinaus werden die Sanitäranlagen erneuert, Teeküchen eingebaut und Raumzuschnitte zur Deckung des Raumbedarfes geändert. Eine weitere wesentliche Bauleistung am "Alten Gebäude" ist die Erneuerung der vertikalen Bauwerkabdichtung.

Hafthaus

Das Hafthaus wurde ebenfalls um das Jahr 1903 als dreigeschossiger, vollständig unterkellerter Backsteinbau in Zusammenhang mit dem Hauptgebäude errichtet. Zum Hof wurde ein Seitenflügel angeordnet. Im linken Bereich der Straßenfassade befindet sich eine Durchfahrt zum Hof.
Das Gebäude ist einhüftig gebaut, wobei der Flur zur Straßenseite und die jeweils sechs Hafträume zur Hofseite ausgerichtet sind. In den beiden Geschossen über der Durchfahrt waren am Westgiebel Gemeinschaftszellen angeordnet.
Das Hafthaus blieb im Laufe der Jahre im Wesentlichen unverändert erhalten, weist jedoch aufgrund des 25-jährigen Leerstandes erhebliche Schäden an der Bausubstanz auf.
Das Hafthaus ist nur in sehr begrenztem Maß für eine Büronutzung geeignet. Aus diesem Grund werden die Bauschäden beseitigt, vorhandene Räume für die Unterbringung von Archiven, Lagerräumen, Bibliotheksräumen und Asservatenkammer hergerichtet. Es werden zwei Vorführzellen mit zugehöriger WC-Zelle geschaffen und zwei Besprechungs- und zwei Büroräume hergerichtet.

Betriebstechnik/ Ver- und Entsorgung

Die vorhandenen Hausanschlüsse und die Trinkwasserverteilungsleitungen werden erneuert. Für die Wärmeversorgung erfolgt der Einbau eines neuen, größeren und energetisch wirtschaftlichen Kessels sowie die Anpassung des Netzes zur Wärmeverteilung an die baulichen Veränderungen.
Die Verhandlungssäle erhalten eine zentrale Be- und Entlüftung sowie Raumluftkühlung.
Das auszubauende Dachgeschoss des "Alten Gebäudes" wird an das Lüftungssystem angeschlossen und erhält eine Kühlung mittels Umluft. Die Elektroinstallation und Beleuchtung werden den baulichen Veränderungen angepasst. Die Installation einer flächendeckenden Brandmeldeanlage ist Bestandteil des Bauprojekts.

Außenanlagen

Der Hafthof wird für Transporte hergerichtet. Sieben Stellplätze, davon ein Behindertenstellplatz und Zuführungen zu Verhandlungsterminen werden geschaffen.
Eine neu zu errichtende Rampe wird die beiden Höfe als Zuwegung zum Außenaufzug verbinden. Hierfür wird ein vermauerter Torbogen zwischen den Höfen wieder geöffnet. Schmutz - und Regenwasser werden durch neue Leitungen entwässert ebenso wie eine neue Ringdrainage über den Hafthof und die Tordurchfahrt in die Schulstraße. Sie werden dort an den öffentlichen Kanal übergeben.
Die Beleuchtung der Stellplätze, der Zuwegung zum Fahrstuhl und sämtlicher Eingänge erfolgt durch neue Wandbau- und Zweimastleuchten.

Barrierefreie Erschließung

Das Gebäudeensemble wird barrierefrei erschlossen - ein Behindertenstellplatz wird auf dem Grundstück geschaffen. Ein Außenaufzug, der das Erd- und das 1. Obergeschoss verbindet, ein Plattformlift im 1. Obergeschoss dient der Überwindung der Treppenstufen vom Außenaufzug zum Sitzungssaal 3 für Rollstuhlfahrer. Großformatige Pflasterung auf dem Hof hebt die Wegeführung optisch hervor und erleichtert die Nutzung für behinderte Menschen. Für Blinde, Gehörlose und Menschen mit anderen sensorischen Einschränkungen wird u. a. ein taktiles Informationssystem errichtet.

Artenschutz

In Vorbereitung auf die Bauarbeiten wurde ein Kurzbericht des Kompetenzzentrums für Naturschutz und Umweltbeobachtung erstellt. Hier sind Hinweise auf die Nutzung des Gebäudeensembles durch ein Paar Dohlen im Schornstein, ein Paar Rauchschwalben an der Tordurchfahrt sowie einigen Fledermäusen im Heizungskeller enthalten. Daraus leitet sich die Notwendigkeit ab, während der Bauphase entsprechende Ersatzquartiere bereitzustellen und dauerhaft Ersatzquartiere anzulegen. Das ist im Projekt- und Ablaufplan bereits berücksichtigt.

Unterbringung Zweigstelle Bergen des Amtsgerichtes Stralsund

Bauherr Land Mecklenburg-Vorpommern, vertreten durch den BBL M-V, Geschäftsbereich Neubrandenburg
Projektleitung BBL M-V, Geschäftsbereich Neubrandenburg
Planung und Baubetreuung ARGE Architekturbüro Albert und Partner / BMU Baumanagement Ullrich, Rostock
Gesamtbaukosten 5,1 Mio. Euro
Baubeginn 03/2017
Bauende 09/2019
Nutzfläche 1.660 m²
Bruttogrundfläche 3.633 m²
Stand: 16. April 2018

Standort Unterbringung Amtsgerichtes Stralsund, Zweigstelle Bergen