Kunst am Bau-Wettbewerb abgeschlossen - Sieger steht fest
25.03.2026 • Universitätsmedizin Greifswald, Forschungsneubau Community Medicine (CM)
Das Land Mecklenburg-Vorpommern, vertreten durch das Staatliche Bau- und Liegenschaftsamt (SBL) Greifswald lobte im Dezember 2025 einen nicht offenen Wettbewerb Kunst am Bau für den Forschungsneubau CM der Universitätsmedizin Greifswald aus. Am 12. März 2026 fiel die Entscheidung zur künstlerischen Gestaltung im Innenbereich des Forschungsneubaus. Der Wettbewerbsbeitrag TRANSLUZENT von Lucas Liese konnte die Jury überzeugen und soll nun so schnell wie möglich zur Ausführung kommen und bis Dezember 2026 zusammen mit dem Neubau fertiggestellt werden.
Das Verfahren
Der Wettbewerb wurde als nicht offener Wettbewerb mit acht Teilnehmenden (2. Wettbewerbsstufe), mit vorgeschaltetem bundesweitem, anonymen Bewerberverfahren mit Ideenbeitrag (1. Wettbewerbsstufe) im September 2025 bekanntgemacht. Aus 47 eingegangenen Bewerbungen in der 1. Wettbewerbsstufe wurden im November 2025 durch den Sachverständigenausschuss Kunst am Bau 8 Kunstschaffende zur Teilnahme an der 2. Wettbewerbsstufe ausgewählt. Der Versand der Auslobungsunterlagen an die acht Teilnehmenden erfolgte im Dezember 2025.
Wettbewerbsaufgabe und Kunststandort(e)
Thema des Wettbewerbs war die künstlerische Gestaltung im öffentlich zugänglichen Innenbereich des Forschungsneubaus. Die Kunst soll hierbei Bezug nehmen auf die Nutzung, identitätsfördernd wirken sowie ausdrücklich auch die zahlreichen Probanden, Mitarbeitenden und Besuchenden ansprechen und einen positiven Eindruck hinterlassen. Mehrere Flächen/Bereiche waren als mögliche Standorte für die Kunst vorgegeben:
- die Sichtbetonwand im Foyer, im 1. und 2. Obergeschoss über dem Empfang / Wartebereich
- der Luftraum über dem Foyer bis zum Oberlicht über dem 2. Obergeschoss
- jeweils eine Sichtbetonwand in den Windfängen auf der Nord- und Südseite
Hierfür wurden bereits in der ersten Wettbewerbsstufe Ideen eingereicht. Dabei waren auch mehrteilige Arbeiten möglich, die mehrere der o. g. Flächen besetzen und für die z. B. eine Wechselwirkung untereinander denkbar wäre.
Das Preisgericht
Das Preisgericht setzte sich aus vier Fachpreisrichter/-innen mit vier Stimmen und vier Sachpreisrichter/-innen mit drei Stimmen zusammen. Nach mehreren Wertungsrundgängen wurde aus den acht eingereichten Wettbewerbsbeiträgen mehrheitlich die Arbeit des Künstlers Lucas Liese aus Berlin mit dem Titel "TRANSLUZENT" als Siegerentwurf ausgewählt.
Der Siegerentwurf
"TRANSLUZENT - Eine Installation aus 16 flächig hinterleuchteten, dünnen Marmortafeln wird im Foyer, über dem Wartebereich angeordnet. Die Tafeln hängen an der geschlossenen Wandfläche in Sichtbeton-Optik. Sie bilden eine Formation, die zunächst durch gleiche Abstände regelmäßig ist. Nach oben und nach rechts jedoch sind die Tafeln zunehmend aus der Senkrechten heraus in den Raum geneigt (um 10 bis 40 Grad) und variieren so räumlich noch einmal die Beziehung zwischen Identität und Diversität. Die Hinterleuchtung wandert durch eine programmierte Steuerung zwischen den Tafeln, lässt diese in einem bestimmten Rhythmus heller und dunkler werden und betont so die je besonderen Eigenschaften der einzelnen Tafeln. Je eine Tafel soll auch in den beiden Eingangsbereichen / Windfängen in Augenhöhe aufgehängt werden und, im gleichen Rhythmus heller bzw. dunkler werdend, auf die Installation im Foyer verweisen." so der Kunstschaffende Lucas Liese über seinen eingereichten Wettbewerbsbeitrag.
Durch die Lichtinstallation wird die Sichtbetonwand belebt. Die Intervallschaltungt erzeugt Dynamik, es erscheint ein immer anderes Bild. Die natürliche Materialeigenschaft des Marmors, seine "Marmorierung", wird hervorgehoben und in Bezug zum Ort gesetzt.
Die Installation spielt auf die Datenerfassung im Spannungsfeld zwischen Individuum und Gesellschaft an und bezieht sich auf die im Institut für Community Medicine geleistete Arbeit. Der Nutzer kann sich mit dem Entwurf identifizieren - dieser lässt verschiedene Interpretationen mit Bezug zur Nutzung des Gebäudes sowie der Menschen zu.
Der ausgewählte Siegerentwurf "TRANSLUZENT" wird vom Preisgericht zur Realisierung empfohlen.
Alle Wettbewerbsbeiträge können im Rahmen einer kleinen Ausstellung noch bis zum 27. März 2026 im SBL Greifswald, Raum 108b, besichtigt werden.
Lageplan Forschungsneubau William B. Kannel Center for Community Medicine
17489 Greifswald, Ferdinand-Sauerbruch-Straße
Links zu diesem Thema
- Bauprojekt - Universitätsmedizin Greifswald, Neubau Forschungsbau William B. Kannel Center for Community Medicine (CM)
- Nichtoffener Kunst am Bau-Wettbewerb mit vorgeschaltetem, bundesweiten, anonymen Bewerberverfahren mit Ideenbeitrag für den Neubau Forschungsbau William B. Kannel Center for Community Medicine (CM) der Universitätsmedizin Greifswald (UMG)