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Förderung der Forschungs- und Innovationskompetenzen an Hochschulen
Neubau einer Forschungshalle für die Fakultät für Maschinenbau und Schiffstechnik der Universität Rostock

Feierliche Einweihung des Neubaus Forschungshalle BT II und Abschluss der Grundinstandsetzung Statikgebäude der Fakultät

01.11.2022 • EFRE im SBL Rostock
Auf dem Campus Südstadt entstand eine neue Forschungshalle (Bauteil II). Das Gebäude wurde in unmittelbarer Nähe zur 2012 errichteten Forschungshalle (Bauteil I) geplant und errichtet und erweitert diese seit Ende 2021. Das Staatliche Bau- und Liegenschaftsamt (SBL) Rostock setzte das Bauprojekt in einer Bauzeit von etwas mehr als drei Jahren um.
Die neue Forschungshalle der Universität Rostock wurde auf dem Campus in der Albert-Einstein-Straße 2 errichtet. Für die Fakultät für Maschinenbau und Schiffstechnik (MSF) der Universität Rostock bestand ein erhebliches Defizit an Forschungsflächen. Durch den Neubau des Bauteils II wurden dringend benötigte Forschungsflächen als Erweiterung der 2011 errichteten Forschungshalle Bauteil I hergestellt. Bauteil I und Bauteil II sind nunmehr zu einer gemeinsamen Forschungshalle verbunden. Insgesamt finden fünf Nutzer in der neuen Halle Platz. Die Lehrstühle Fügetechnik, Werkstofftechnik, Strukturmechanik, Strömungsmaschinen und Standortwerkstatt erhalten mit der Fertigstellung und Nutzungsübergabe an die UR Ende November 2021 optimale Forschungs- und Ausbildungsbedingungen. Im Dezember 2021 wurden die Forschungsstationen gemeinsam mit der UR final angeschlossen. Infolge der Corona-Pandemie hat sich die Bauzeit um ca. ein Jahr verlängert. Damit sind auch die Kosten für die Baumaßnahme gestiegen.

Gebäudekonzept und Gestaltung

Mit der denkmalpflegerischen Untersuchung der gesamten Liegenschaft zwischen Albert-Einstein-Straße, Joachim-Jungius-Straße, Rudolf-Diesel-Straße und Erich-Schlesinger-Straße wurde gemeinsam mit der Universität Rostock sowie dem Landesamt für Kultur und Denkmalpflege Einvernehmen bezüglich der Dimensionierung des Baufeldes, der städtebaulichen Anordnung sowie der architektonischen Gestaltung des Gebäudes hergestellt. In der Planung des Bauteils I wurden bereits vor 2012 die Gestaltung der Fassaden und Farben der Außenhülle einvernehmlich festgelegt, die sich nunmehr im laufenden Bauabschnitt Bauteil II nahtlos fortführen. Entscheidend für die Lage und Ausprägung des Baukörpers innerhalb der denkmalgeschützten Liegenschaft ist die beengte Situation zwischen dem Gebäude für experimentelle Elektrotechnik und dem dicht am Baufeld liegendem Eckkomplex des Statikgebäudes sowie der Strömungshalle. Die präsente Lage der Forschungshalle im Eingangsbereich der Liegenschaft erforderte eine prägnante architektonische Lösung. Es ist ein klar gegliederter Hallenkörper mit einer offenen und repräsentativen Zugangssituation entstanden, der in Proportion und Maßstäblichkeit die örtlichen Gegebenheiten wahrt und den denkmalgeschützten Charakter des Campus unterstützt. Das Baufeld erstreckt sich entlang der Joachim-Jungius-Straße und schließt direkt an das Bauteil I an, welches bereits ab 2012 in den Betrieb ging. Auf der Liegenschaft bildet die Forschungshalle den südöstlichen Abschluss der Bebauung und übernimmt in seiner Ausdehnung die aus der bestehenden Campusstruktur vorhandenen Baufluchten. Der Entwurf umfasst im Osten des Komplexes einen zweigeschossigen, einhüftig organisierten Funktionsbereich, welcher mit einer linear davor positionierten Halle kombiniert wird. Alle Nebenfunktionen, Büroflächen und Forschungseinheiten mit geringen Höhenbedarfen werden in der zweigeschossigen Zone untergebracht. Auf der Galerieebene sind neben den Technik- und Umkleideflächen weitere Büros untergebracht. Die Forschungshalle wurde ohne Unterkellerung als wirtschaftliche Stahlbeton-Skelettbauweise mit den Abmessungen ca. 36 m x 21,6 m konzipiert, auf einer Bodenplatte, die für eine Nutzlast von 10 kN je m² (entspricht 1000 kg/m²) ausgelegt ist. Die tragende Konstruktion bilden Stahlbeton-Fertigteilstützen auf denen Halbfertigteil-Dachbinder aufgelegt sind. Das Stützenraster beträgt 5,4 m x 13,5 m. Die Dachdecke ist als Vollbetondecke unter Verwendung von Halbfertigteilelementen geplant. Die Außenwände der Halle werden an den Längsseiten durch deckentragende Mauerwerkswände und nichttragende, hallenhohe Stahlbeton Fertigteilwandplatten gebildet. Die Ausführung der Giebelseiten erfolgt als Stahl-Glas-Fassade und als leichte Ständerwand. Zwischen den Stahlbetonstützen ordnet sich eine sich in Längsrichtung der Halle erstreckende Kranbahnanlage mit einer Tragfähigkeit von 5,0 t ein, dieser ermöglicht das Anfahren jeder einzelnen Forschungsfläche vom BA I bis BA II. BT I und BT II verbinden sich nach Fertigstellung des BT II zu einer gemeinsamen Forschungshalle

Energieeffizientes Bauen

Die HLSE-Anlagentechnik entspricht den modernsten Anforderungen an Forschung und Technik. Heizungsanlage: Heizzentrale mit Fernwärmeübergabestation im Hausanschluss-Raum des Gebäudes, Nutzung Fernwärme der Stadtwerke Rostock (Nutzung Kraft-Wärme-Kopplung), Heizflächen in Form von Deckenstrahlplatten und Heizkörpern, Regelung über raumweise Regeleinrichtungen mit möglichst hoher Regelgenauigkeit, Rohrisolierung für Heizungsleitungen nach zum Zeitpunkt der Baugenehmigung aktueller Energieeinsparverordnung (EnEV), hydraulischer Abgleich der Heizungsanlage, elektronisch leistungsgeregelte, hocheffiziente Umwälzpumpen. Warmwasserbereitung: Dezentrale elektrische Warmwasser-Bereitung für den Sanitärbereich bzw. die Teeküche, Nutzung elektronisch geregelter Durchlauferhitzer. Lüftung: Das Gebäude wird mittels Fensterlüftung be- und entlüftet. Elektroanlage: Einsatz von Leuchten mit elektronischen Vorschaltgeräten bzw. LEDs, Beleuchtung mit möglichst hoher Tageslichtausnutzung.

Investition des Landes mit Unterstützung der Europäischen Union

Das Land Mecklenburg-Vorpommern investierte mit Unterstützung der Europäischen Union bisher 4,9 Millionen Euro in diesen Bauabschnitt (Bauteil II), mit dem eine Fläche von ca. 1.056 m² entstanden ist. Das Staatliche Bau- und Liegenschaftsamt Rostock setzte das Bauprojekt um. Bis Ende 2019 war der Geschäftsbereich Hochschul- und Klinikbau des landeseigenen Betriebs für Bau und Liegenschaften Mecklenburg-Vorpommern (BBL M-V) dafür zuständig. Die Baumaßnahme erfolgte in enger Abstimmung mit dem Landesamt für Kultur- und Denkmalpflege, da es denkmalpflegerische Auflagen für das historische Areal in der Albert-Einstein-Straße 2 gibt.

Standorte der Forschungshallen mit beiden Bauteilen I und II auf dem Campus Südstadt

Weitere Bauprojekte der SBL-MV