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Umzüge termingerecht gemeistert, Unterbringung von Behörden gesichert

03.05.2021 • Objektmanagement im SBL Rostock
In der Hanse- und Universitätsstadt Rostock sichert das Staatliche Bau- und Liegenschaftsamt Rostock (SBL) ab, dass die Dienststellen des Landes M-V ihre Aufgaben in geeigneten Gebäuden und Liegenschaften erledigen können. Umfangreiche Umbauten und Umzüge, die 2019 begonnen worden sind, finden in Kürze ihren Abschluss. Ein Bericht aus dem Objektmanagement (OM) des SBL.
Die Staatliche Bau- und Liegenschaftsverwaltung Mecklenburg-Vorpommern (SBL-MV) ist verantwortlich für die sachgerechte Unterbringung der Behörden des Landes in M-V sowie für die Bauprojekte des Landes, des Bundes und Dritter. Besondere Anforderungen an die Sicherheit sowie die technische Ausstattung der landeseigenen und/oder angemieteten Liegenschaften werden dabei berücksichtigt.
Das Objektmanagement des SBL Rostock (OM) hat derzeit 48 Landesdienststellen auf 164.000 m² Nutzfläche untergebracht. Diese Fläche in Gebäuden, die etwa 40 Fußballfeldern entspricht, verwaltet das OM mit seinen 19 Mitarbeitenden und setzt dabei jährlich Verträge zur Bewirtschaftung mit einem Volumen von 7,6 Millionen Euro sowie mit einem Mietvolumen von 7 Millionen Euro um (Stand 2021). Tendenz steigend.
Bis zum Frühjahr dieses Jahres gehörte ein Teil Fläche dieser im Landesbehördenzentrum Erich-Schlesinger-Straße (LBZ) dazu. Die Anmietung der knapp 10.000 m² im LBZ, entsprach umgerechnet etwa zwei Fußballfeldern. Bis Ende April 2021 sorgte das OM dafür, dass das LBZ termingerecht freigezogen wurde und die Dienststellen in geeigneten Liegenschaften untergebracht werden konnten. Ein enormer Kraftakt - für unsere Nutzer und das OM.
Bereits 1997 wurde das Bürohaus hinter der Stadthalle Rostock mit seinen elf Etagen vom Land M-V angemietet und entwickelte sich durch seine Nutzung zum LBZ. Bedingt durch die Verschmelzung verschiedener Ämter, neu zugewiesene Aufgaben und damit einhergehender Veränderungen des Personals, benötigten die im LBZ dienstansässigen Landesbehörden weitere Flächen. Der landeseigene Betrieb für Bau und Liegenschaften (BBL M-V) untersuchte bereits seinerzeit 2009 die alternative Unterbringung der Behörden. Unter den Varianten stellte sich der ehemalige Polizeistandort Blücherstraße 1 als wirtschaftlichster Standort mit Entwicklungspotenzial heraus. Trotz der Einordnung des 44,2 Millionen Euro umfassenden Bauprojekts in den Landeshaushalt Mecklenburg-Vorpommerns, war es dem BBL M-V nicht mehr möglich, einen weiteren 10-Jahres-Mietvertrag für die Flächen im LBZ abzuschließen. Nach kurzer Suche konnte der Vermieter mit dem Hanse Job-Center als Arbeitsgemeinschaft Stadt/Bund (HJC) einen langfristigen Mieter vertraglich binden und das LBZ war freizuziehen.

Neue Anmietung bis Behördenzentrum Blücherstraße saniert ist

Für das OM des BBL M-V Geschäftsbereich Schwerin, dessen Aufgaben seit dem 1. Januar 2020 vom OM im SBL Rostock fortgeführt werden, ergaben sich daraus umfangreiche Planungen. Für das Landesamt für Straßenbau und Verkehr M-V (LS), das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt Mittleres Mecklenburg (STALU), das Amt für Regionalentwicklung und Landesplanung Region Rostock (AfRuL) und das Landesamt für Gesundheit und Soziales M-V (LAGuS) waren übergangsweise Flächen zu finden, bis das Behördenzentrum in der Blücherstraße saniert und erweitert sein würde. Eine Herkules-Aufgabe für OM, bedenkt man die derzeitige angespannte Situation auf dem Immobilienmarkt der größten Stadt in Mecklenburg-Vorpommern!
Als maßgebliche Begleiter*innen dieses Projekts organisierten Sandra Auris als Sachbearbeiterin im Liegenschaftsmanagement und Frank Portwich als Dezernent Objektmanagement umgehend die Unterbringung von ca. 420 Mitarbeitern mit ca. 10.000 m² Bürofläche in Rostock für den Zeitraum von vier Jahren. Es wurde jedes verfügbare Bürogebäude mit einer Mindestkapazität von 2.000 m² Nutzfläche in Rostock begutachtet, Investoren wurden kontaktiert, eine Interimsunterbringung für die Bauzeit des Behördenzentrums in der Blücherstraße musste gefunden werden. Zu diesem Zeitpunkt waren jedoch alle verfügbaren Objekte und Planungen für die Unterbringung von Landebehörden ungeeignet. Erst nach Einschaltung des Finanzministeriums M-V, des Oberbürgermeisters der Hansestadt Rostock Roland Methling und seines Finanzsenators Dr. Chris Müller von Wrycz-Rekowski konnte Anfang 2018 ein ambitionierter Plan für einen Ringtausch der Behörden vereinbart werden. Entscheidend für diesen Plan war, dass der Kommunale Eigenbetrieb der Hansestadt Rostock (KOE), als Mietobjekt ein zuletzt als Unterkunft für Flüchtlinge genutztes Gebäude zur Verfügung stellte. In diesem Gebäude konnte mit 4.500 m² fast die Hälfte des Bedarfs an Flächen gedeckt werden, wenngleich das Gebäude im Rostocker Stadtteil Marienehe für die neue Nutzung durch das StALU sowie das LS aufwändig hergerichtet werden musste.
OM mietete das sanierungsbedürftige Gebäude an. Die Herrichtung in einem Umfang von 3,5 Millionen Euro wurde im Projektmanagement (PM) des SBL Rostock unter der Projektleitung von Wibke Lunow umgesetzt . Leistungen wurden geplant und ausgeschrieben, Auftragnehmer wurden gefunden und beauftragt, sodass mit dem Bau im Juli 2019 begonnen werden konnte. Bis Mitte des vergangenen Jahres wurden Trennwände für Büros eingezogen, sämtliche Bodenbeläge erneuert, Wände und Decken tapeziert und gestrichen, Bestandstüren aufgearbeitet und teilweise neue Türen eingebaut, Teeküchen und Blendschutz für PC-Arbeitsplätze eingerichtet, Elektroanlagen, IT, Gefahrenmelde- und Alarmanlagen installiert, Serverräume klimatisiert, der Brandschutz ertüchtigt und ein barrierefreier Zugang eingerichtet. Eine Menge Arbeit in kürzester Zeit!
Trotz der Pandemie, die das Leben ab Anfang des Jahres 2020 stark einschränkte, konnte OM die ersten Teilflächen bereits Ende März zur Nutzung an das StALU sowie das LS übergeben, die letzten Flächen im Anbau konnten nach Abschluss der Arbeiten Anfang Mai 2020 genutzt werden.
Die andere Hälfte der benötigten Fläche konnte das OM am Friedrich-Engels-Platz 5-8 (5.300 m² für das LAGuS) sowie in der Doberaner Straße 114 (325 m² für das AfRL) anmieten. Hier sind unter der Federführung von Baubetreuerin Uta Brinckmann aus dem Projektmanagement des SBL die Räumlichkeiten in einem Umfang von knapp 250.000 Euro an die Anforderungen unserer Nutzer anzupassen gewesen: Raumzuschnitte waren zu ändern,Schließanlagen, IT-Ausstattung und IT-Sicherheit anzupassen, Einbruchschutz zu installieren, Rollregale einzubauen und dringende Schönheitsreparaturen durchzuführen.
Für Akten des LS auf weiteren 70 m² sowie für die Unterbringung des LAGuS auf einer Fläche von 560 m² konnte OM landeseigene Flächen im Behördenzentrum Möllner Straße (LS) sowie im Rostocker Bahnhofsviertel (Stephanstraße 18) nutzen. Dafür können die Mietkosten eingespart werden, die sonst aus dem Landeshaushalt zu zahlen wären.

Eckdaten - Interimsunterbringung Dienststellen des Landes in Rostock

Umzugszeitraum 16. Oktober 2019 bis 9. April 2021
Anzahl Umzüge 12
Umzugsgüter (Möbel, Technik, etc.) 9.000 Stück
Umzugsvolumen 4.700 m³
Umzug Akten / Registratur 9,5 km
Kosten
Stand: 22. April 2021
Sobald das Behördenzentrum Blücherstraße fertiggestellt wird, ziehen alle in diesem Artikel genannten Behörden in das Behördenzentrum Blücherstraße ein. Derzeit ist der Abschluss der Arbeiten für das Jahr 2024 geplant.

OM - Hier laufen alle Fäden zusammen

Das OM stimmte sich frühzeitig sehr umfassend mit allen internen und externen Beteiligten ab. Nur so konnte das OM den Bedarf und die Qualität der Unterbringung ermitteln, die zeitlichen Abläufe mit den Vermietern, dem Projektmanagement im eigenen Hause, mit den Nutzern und weiteren Partnern des Tausches zielorientiert und effizient koordinieren. Das OM ermittelte Kosten für den Baubedarf, schloss Mietverträge mit detaillierten Vereinbarungen zu den Kosten, schob Bauprojekte an, überwachte diese, ermittelte Bedarfe unserer Nutzer und stimmte diese ab, nahm Objekte ab und/oder übergab diese an unsere Nutzer oder Vermieter. Parallel dazu wurden die neu bezogenen Objekte in die Bewirtschaftung übernommen und der erforderliche Rückbau vor Abgabe der angemieteten Flächen im LBZ vollzogen. Die Mitarbeitenden der Objektbetreuung, des infrastrukturellen Facilitymanagements arbeiteten mit dem technischen Betriebsdienst und den Hausmeistern Hand in Hand - Teamwork par excellence! Mit den Umzügen wurde das Unternehmen "Die Drei" beauftragt, mit denen es bereits einen laufenden Rahmenvertrag gibt.
Mit dem Beginn der Umzüge zu Beginn des Jahres 2020 setzte die COVID-19 Pandemie ein. Der Zeitplan für die Umzüge zum Tausch der Mietflächen wurde häufig in Frage gestellt. Trotz KiTa-Schließungen und Kinderbetreuung während des ersten Lockdown arbeiteten alle Mitarbeitenden OM, die beauftragten Firmen und Ansprechpersonen in den Behörden unter Einhaltung der geltenden Sicherheitsbestimmungen zielorientiert und verlässlich weiter.
Mit der Rückgabe der letzten Räume im LBZ bis Ende April 2021 konnten die Maßnahmen termingerecht abgeschlossen werden. Die Generalprobe für den Umzug in das Behördenzentrum Blücherstraße ist damit gelungen. Mit den Erfahrungen aus diesen Umzügen können die Umzüge in das neue Behördenzentrum in der Blücherstraße 1-3 noch besser geplant und realisiert werden.

Das OM möchte hiermit allen Mitwirkenden danken und ein Lob aussprechen!

Standorte des Ringtausches

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