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Superschnelles Bauprojekt für die Verlegung von 19 Eurofightern von Wittmundhafen nach Rostock-Laage

31.01.2022 • Bundesbau im SBL Rostock
In Rekordzeit schaffte das Staatliche Bau- und Liegenschaftsamt Rostock (SBL) die Voraussetzung für die Verlegung des Fliegerhorst Wittmundhafen auf den Fliegerhorst Laage-Kronskamp. In guter und enger Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr (BAIUDBw), dem Bundeswehrdienstleistungszentrum (BWDLZ) in Rostock sowie den beauftragten Planern und Baufirmen wird das ambitionierte Projekte umgesetzt - Truppe und Technik ziehen für drei Jahre auf den Flugplatz Rostock-Laage.
Die Luftwaffe der Bundeswehr verfügt in Deutschland über insgesamt vier Standorte, an denen Eurofighter stationiert sind. Neben dem Standort in Laage in Mecklenburg-Vorpommern, wo das Taktische Luftwaffengeschwaders 73 "Steinhoff" stationiert ist, gibt es ein weiteres norddeutsches Geschwader, welches sich im benachbarten Bundesland Niedersachsen befindet. Das dort beheimatete Taktische Luftwaffengeschwader 71 "Richthofen" ist auf dem Flugplatz Wittmundhafen stationiert.
Aufgrund des dortigen Umbaus und der Sanierung, die den Bereich der Start- und Landebahn betreffen, wird dort im Zeitraum von 2022 bis 2024 kein Flugbetrieb möglich sein. Um die Bereitschaft des Wittmunder Luftwaffengeschwaders, insbesondere zur Verteidigung des deutschen Luftraums und des Luftraums der NATO abzusichern, werden Maschinen und Personal übergangsweise auf den Militärflugplatz Laage verlegt.
Der offizielle Startschuss für dieses Vorhaben erfolgte zu Beginn des Jahres 2021 durch die Entscheidung der Luftwaffe. Die Unterbringung von Maschinen, Gerät und Personal aus Wittmundhafen erfolgt innerhalb der in Laage bestehenden Infrastruktur. Aufgrund der besonderen Bedarfe, die für den Betrieb eines zusätzlichen Geschwaders erforderlich werden, sind neben baulichen Maßnahmen im Bestand auch zusätzliche bauliche Anlagen auf dem Flugplatz Laage notwendig.
Größte Herausforderung für das am Militärflugplatz Laage zuständige SBL Rostock sind neben den bereits neu errichteten Stabs- und Dienstgebäuden auch der noch anstehende Bau zusätzlicher Unterkünfte für die Truppe. Alle Neubauten sind als Container-Modulbauten geplant. Aufgrund der temporären Nutzung lassen sich so Zeiten zum Auf- und Abbau verringern sowie Baukosten einsparen. Ebenfalls vom Bauprojekt umfasst sind der Anschluss der Gebäude an Leitungen zur Ver- und Entsorgung, das Anlegen der Außenflächen sowie die bauliche Absicherung der Gebäude.
Die Modulbauten des Stabs- und Dienstgebäudes wurden im Basis-Bereich in unmittelbarer Nähe der Start- und Landebahn errichtet. Sie sind zweigeschossig und erstrecken sich über eine Gesamtfläche von rd. 2.300 m². Beide Gebäude werden planmäßig ab Februar 2022 in Betrieb genommen.
Die Unterkünfte für die Wittmunder Truppe werden in einer zeitlich nachgeordneten Bauphase ab Februar 2022 errichtet. Die beiden dreigeschossig geplanten Bauten mit insgesamt 230 Einzelstuben auf einer Fläche von ca. 4.600 m²  werden ab der zweiten Jahreshälfte 2022 in Betrieb genommen. Hierfür werden während der intensiven Bauzeit täglich etwa 25 vorgefertigte Container-Raummodule eintreffen und vor Ort montiert.
Neben den Neubauten hat das SBL Rostock termingerecht weitere begleitende Baumaßnahmen für den reibungslosen Betrieb und die Unterbringung des niedersächsischen Luftwaffengeschwaders durchgeführt. So wurden bereits bestehende Hallen für Luftfahrzeuge zur Unterbringung zusätzlicher Eurofighter ertüchtigt, vier Lagerplätze hergerichtet sowie Rollwege erneuert.
Größte Herausforderung für das SBL Rostock war es, den Dienstbeginn der Niedersachsen am Standort Laage wie vorgeschrieben bereits bis zum Beginn Februar 2022 sicherzustellen. So mussten in kurzer Zeit alle vorbereitenden Abstimmungen mit dem BAIUDBw und dem BWDLZ Rostock vorgenommen werden. Darüber hinaus waren alle Planungen und Bautätigkeiten innerhalb des ungewöhnlich engen terminlichen Rahmens und unter den Einschränkungen der Corona-Pandemie abzuwickeln.
Das SBL Rostock führte die Baumaßnahme dennoch termingerecht und erfolgreich durch. Dass dieses außergewöhnliche Projekt so gut gelang, ist auch dem außergewöhnlichen Planungsverfahren zu verdanken, das eine vereinfachte Erstellung und schnelle haushaltsmäßige Anerkennung der geschätzten Baukosten ermöglichte.
Trotz des Zeitdrucks konnte das SBL Rostock die Baumaßnahme auch vor allem deshalb zum Erfolg führen, weil sich alle beteiligten Akteure mit außerordentlicher Kooperationsbereitschaft, hohem Einsatz und viel fachlicher Kompetenz engagierten.

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