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Stark getroffen: Schlosspark Ludwigslust bleibt weiterhin gesperrt

03.11.2017 • Schlosspark Ludwiglust
Der Schlosspark Ludwigslust wurde in diesem Herbst besonders stark getroffen. Sturm Xavier brachte Anfang Oktober hunderte Bäume zu Fall. Knapp vier Wochen später fegte mit Herwart ein noch stärkerer Sturm übers Land. Noch nie gab es im Schlosspark so gewaltige Schäden. Der Park bleibt aus Sicherheitsgründen weiterhin geschlossen.
Gartenmeister Holger Bäthke und Baumkontrolleurin Charlotte Klawonn von den Staatlichen Schlössern und Gärten M-V im BBL M-V haben inzwischen einen groben Überblick: Etwa ein Viertel der rund 127 Hektar großen Anlage ist akut geschädigt. Hunderte Bäume - ihre Zahl kann nur geschätzt werden - sind den beiden Stürmen zum Opfer gefallen.
Die größten Schäden hat dabei Xavier angerichtet. Anfang Oktober waren die Bäume noch voll belaubt und boten dem Sturm eine große Angriffsfläche. Zudem sind die Böden stark durchfeuchtet, so dass die Bäume samt Wurzelteller umstürzten. Es gibt Bereiche, da steht kein einziger Baum mehr auf 10.000 m². In anderen Parkabschnitten sind die Bestände zwar weniger geschädigt, doch lauern hier die größten Gefahren. Nach wie vor besteht die Möglichkeit, dass sich abgebrochene Äste aus den Kronen lösen und herabstürzen. Viele Bäume sind teilweise entwurzelt, stehen schief und drohen umzustürzen. Das kann jeder Zeit, auch bei Windstille, passieren. Solange die Gefahren nicht gebannt sind, darf der Park nicht betreten werden.
Lediglich die Hofdamenallee ist wieder passierbar. Auch die Kleine Lindenallee, die vom Rasenparterre zur katholischen Kirche führt, darf inzwischen wieder benutzt werden. Alle anderen Wege sind absolut tabu, die weiträumigen Absperrungen sind unbedingt zu respektieren.
Unermüdlich sind die Gärtner im Einsatz. Zunächst mussten angrenzende Grundstücke beräumt werden, die von Parkbäumen getroffen wurden. So war ein Baum auf eine Lagerhalle der Produktivgenossenschaft Storchennest gestürzt und hat dort großen Schaden angerichtet. Zur weiteren Unterstützung wurden auch regionale Forstunternehmen und Baumpflegefirmen beauftragt, die über die nötige Räumtechnik verfügen. Doch auch hier sind die personellen Kapazitäten stark begrenzt. Die Firmen sind gut ausgelastet. Neben der Beseitigung von Sturmschäden haben sie vielerorts die planmäßigen Pflegearbeiten auszuführen.
Holger Bäthke und seine Kollegen werden noch Monate zu tun haben, um die größten Gefahrenquellen zu beseitigen. Eines wissen sie schon jetzt mit Sicherheit - es wird Jahrzehnte dauern, bis sich die Spuren der Herbststürme 2017 verwachsen haben.

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