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Sanierung und Erweiterung des Justizzentrums Schwerin

22.02.2022 • Bauprojekte im SBL Schwerin
Auf der Rückseite des Landgerichts Schwerin begannen im November 2020 die Abbrucharbeiten eines Verwaltungsgebäudes als vorbereitende Maßnahme für die große Baumaßnahme Justizzentrum Schwerin. Hier wird in den nächsten Jahren der Neubau des Amtsgerichtes und im zweiten Abschnitt ein Neubau für Fachgerichte entstehen. Das Staatliche Bau- und Liegenschaftsamt (SBL) Schwerin setzt die ca. 28 Millionen Euro umfassende Investition des Landes Mecklenburg-Vorpommern bis 2025 um.
Das Plangebiet befindet sich in der Westlichen Paulsstadt, welches 2009 als Denkmalbereich ausgewiesen wurde. Charakteristisch sind die begrünten Platzsituationen sowie die Bebauung aus der Zeit 1910 bis 1920.
Im Gegensatz zu den ansonsten im Denkmalbereich geschlossenen Blockrandbebauungen weist der Obotritenring auf der rückwärtigen Seite des Justizgebäudes Solitärbebauung auf. Das denkmalgeschützte Justizgebäude gliedert sich in drei Gebäudeteile: Einen Mittelbau mit dem zentralen, öffentlichen Eingangsbereich und zwei sich symmetrisch daran anschließenden Seitenflügeln mit Walmdach. Diese beiden Seitenflügel geben die städtebaulichen Raumkanten auf Süd- und Nordseite vor. Die beiden Neubauten für Fach- und Amtsgericht setzen dabei präzise sowohl die äußere als auch die innere Gebäudeflucht des Bestandes in Richtung Obotritenring fort und fassen mit den beiden rechtwinkligen Baukörpern die Raumkanten entsprechend der bestehenden Gebäudefluchten der umliegenden Bebauung.
Die neuen Baukörper sind entsprechend des symmetrisch ausgeführten Justizgebäudes ebenso spiegelgleich angeordnet. Dadurch wird der der ruhige und souveräne Charakter des Denkmals im Stadtbild nochmals hervorgehoben. Die außenliegende Traufkante des Altbaus wird von den Neubauten aufgenommen und fortgesetzt. Die Baukörper staffeln sich nach außen hin ab und schaffen dadurch eine geschickte Überleitung zur benachbarten, etwas niedrigeren Wohnbebauung.
Sowohl das neue Amtsgericht als auch das Fachgericht sind mit den beiden Saalgeschossen des Altbaus über geschlossene, verglaste Brückenübergänge verbunden. Die Mitarbeitereingänge befinden sich, jeweils durch einen markanten Gebäudeversatz definiert, genau an dieser Schnittstelle zum Altbau. Über einen einzigen Aufzug können dadurch der gesamte Neubau als auch Teile des Altbaus barrierefrei erschlossen werden.
Die Fassaden der beiden Neubauten sind eigenständig, geradlinig, modern-elegant gegliedert und verfügen über einen hohen Wiedererkennungswert; vor allem auch im Zusammenspiel mit der Bestandsfassade des denkmalgeschützten Bestandsgebäudes von 1916. Die Fassadengliederung resultiert aus der Analyse des denkmalgeschützten Altbaus.
Die Baugrube und der Baugrubenverbau des 1. Bauabschnittes (Amtsgericht) wurde im Herbst 2021 fertiggestellt. Die Betonsauberkeitsschicht einschließlich der Vertiefungen mit Voutenausbildung wurde anschließend eingebracht. Die Aufstellung des Baustellenkrans mit Kranfundament ist abgeschlossen und die Abdichtung auf die Sauberkeitsschicht aufgebracht. Seit November 2021 haben nun die Rohbauarbeiten begonnen.

Planungsdaten Neubau Justizzentrum

Bauherr Land Mecklenburg-Vorpommern, vertreten durch das Staatliche Bau- und Liegenschaftsamt Schwerin
Baukosten 28 Millionen Euro
Baubeginn November 2020
Bauende September 2025
Architekten Pussert & Kosch Architekten, Dresden
Hauptnutzfläche gesamt 6.700 m²
Bruttorauminhalt gesamt 30.600 m³
Nutzungsfläche 1. BA (Amtsgericht) 2.000 m²
Rauminhalt 1. BA (Amtsgericht)

Standort Justizzentrum

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