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Sanierung der Start- und Landebahn auf dem Flughafen Rostock-Laage

09.12.2012 • Bundesbau
5 Millionen Euro in nur 10 Tagen verbaut.
In Verantwortung des BBL M-V Geschäftsbereich Rostock wurden in nur 10 Tagen auf 95.000 m² die Asphaltdeck- und die Binderschicht der Start- und Landebahn (SLB) abgefräst und erneuert. Drei Mischwerke produzierten insgesamt 13.000 m³ Deckschichtmaterial, ein weiteres Mischwerk stand bei Engpässen zur Verfügung.

Die Arbeiten waren einem sehr straffen Zeitplan untergeordnet, damit sowohl die Eurofighter des Bundeswehr-Jagdgeschwaders 73 "Steinhoff" als auch die Maschinen der zivilen Fluggesellschaften am größten Flugplatz in Mecklenburg-Vorpommern, dem Flughafen Rostock-Laage-Güstrow GmbH (RLG), ab dem 13. September 2012 um 8 Uhr wieder starten und landen konnten. Dieser Zeitplan konnte exakt eingehalten werden, sodass es zu keinerlei Verzögerung kam.

Der BBL M-V übernahm bei dieser Maßnahme die Bauherrenaufgaben für den Bund. Sie beinhalteten die Kontrolle der Planung und Bauausführung sowie der Kosten- und Termineinhaltung. Außerdem wurden Baugrunduntersuchungen, Vermessungsleistungen, Bewachungsleistungen, die Sicherheits- und Gesundheitsschutzkoordination sowie die Kontrollprüfungen veranlasst und überwacht.

Unsere Partner beim Planen und Bauen der Start- und Landebahn

Mit der Planung und Bauüberwachung beauftragt war das Mecklenburgische Ingenieurbüro für Verkehrsbau GmbH aus der Landeshauptstadt Schwerin. Sie waren zuständig für die Verlegung der Drainage und die Deckensanierung. Die Bauoberleitung für die Deckensanierung oblag der Asphalta Ingenieurgesellschaft für Verkehrsbau mbH aus dem brandenburgischen Falkensee.

Detaillierte Beschreibung des Projektes

Das Projekt beinhaltete die Verlegung einer Drainage beidseitig der SLB und die Deckensanierung des Mittelteils. Die 2 x 1.650m langen Drainageleitungen wurden wegen des Flugbetriebs am Tage - ausschließlich in Nachtarbeit, also in den flugfreien Zeiten - hergestellt. Die Zeitfenster lagen zwischen dem 13. Juni 2012 und dem 26. August 2012. Erschwerend zur Nacht- und Wochenendarbeit, kam hinzu, dass der Leitungsbestand entlang der SLB und diverse Querungen nur teilweise bekannt waren. Die morgendliche Freigabe der SLB erfolgte gemeinsam mit dem Jagdgeschwader "JG73" bzw. der RLG.
Der Einbau der Drainage wurde von der Firma DAU Eisenbahn-, Straßen- und Tiefbau GmbH Lübz ausgeführt und bereits vorzeitig am 25. August 2012 beendet.

Die Sanierung des Mittelteils erfolgte während der Sperrung des Flughafens in der Zeit vom 3. September 2012, 8 Uhr bis zum 13. September 2012, 8 Uhr. Der zu sanierende Mittelteil der SLB hatte eine Länge von ca. 1.730 m, zuzüglich der Übergangsbereiche, der Startbahnköpfe mit einer Länge von 75 m am westlichen Ende und 35 m Länge am östlichen Ende. Die Gesamtbreite der SLB beträgt einschließlich der so genannten "Schultern" etwa 58 m.
Von der Sanierung betroffen war eine Breite von 51,8 m, die sich aus 45 m SLB und beidseitig jeweils 3,40 m zusätzlichem Randstreifen zusammensetzt. Unter Berücksichtigung der komplizierten Rahmenbedingungen wurde eine Erneuerung der beiden oberen Schichten (Asphaltdeck- und Binderschicht) als kompakte Asphaltbefestigung ausgeführt. Zur Erhöhung der Querneigung wurde ein Profilausgleich als Zwischenschicht eingebaut.
Auftragnehmer ist die Firma KEMNA Schwerin Tief- und Straßenbau GmbH. Die Belieferung der Baustelle erfolgte durch drei Asphaltmischwerke und ein zusätzliches Reservewerk einer Liefergemeinschaft aus Mecklenburg-Vorpommern. Der Einbau des Kompaktasphalts erfolgte im so genannten "InLine-Pave-Verfahren".
Vor Baubeginn wurde an der SLB ein Probefeld angelegt, an dem die Eignung der Baustoffe für den Verwendungszeck nachgewiesen werden konnte. Hervorzuheben ist dabei der Nachweis der Griffigkeit. Als Probefeld wurde ein sanierungsbedürftiger Straßenabschnitt in der Liegenschaft ausgewählt.

Historie

Der Flughafen Rostock-Laage wurde in den 1970er Jahren durch die ehemalige NVA gebaut. Er besteht aus einer Start- und Landebahn mit einer Länge von 2.523 m und des "Overruns" mit je 303 m Länge, einer nördlichen und südlichen Rollstraße und vier Flugzeugabstellhallen, so genannten "Shelterbereichen". Neben der militärischen Nutzung besteht eine zivile Mitbenutzung durch die RLG. Ab Anfang der 1990er Jahre wurden Teilbereiche der SLB saniert bzw. erneuert. So wurden im Jahr 2002 die Startbahnköpfe im Osten und Westen auf 150 m Länge durch einen Neubau in Betonbauweise ersetzt. Weiterhin erfolgte die Erneuerung der anschließenden Übergangsbereiche auf einer Länge von 250 m in Asphaltbauweise. In den Jahren 2005 und 2006 wurde die Sanierung des Mittelteils auf einer Gesamtlänge von ca. 1.800 m vorgenommen. Diese Erneuerung erfolgte ohne Einschränkung des militärischen und zivilen Flugbetriebs in Anlehnung an das "Frankfurter Modell". In den Folgejahren traten Blasenbildungen und später Rissbildungen auf. Bei der Risshäufigkeit bzw. auch fehlendem Schichtenverbund bestand bzw. besteht die Gefahr von Ausbrüchen bzw. Ablösungen und somit die Gefahr von Fremdkörperschäden an Flugzeugen. Besonders in den vergangenen beiden Jahren mussten umfangreiche Instandsetzungsarbeiten an der SLB ausgeführt werden. Angesichts der ständig zunehmenden Gefahr von Fremdkörperschäden war eine umfassende Deckensanierung des Mittelteils der SLB zur Sicherung des Flugbetriebes zwingend erforderlich. Die Bundesrepublik Deutschland stellt für die Sanierung etwa 6,1 Mio. Euro bereit.

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