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Einrichtung Baufeld und Pfahlbohrgerät für die 180 Atlas-Bohrpfähle, November 2025 © 2026 SBL Neubrandenburg

Neubau Raumschießanlage

15.07.2026 | Planung

Neubau Raumschießanlage

15.07.2026 | Planung

Neubau einer Raumschießanlage für die Landespolizei Mecklenburg-Vorpommern

15.07.2026 • Landesbau im Staatliches Bau- und Liegenschaftsamt (SBL) Neubrandenburg
Auf dem Gelände des Polizeizentrums Waldeck entsteht ein hochmodernes Schieß- und Ausbildungsgebäude. Es verfügt über modernste Schießbahnen, autarke Wärme- und Kälteanlagen und eine Photovoltaikanlage. Das Projekt steht für nachhaltiges Bauen und verbesserte Polizeiausbildung.

Allgemeine Beschreibung

Das Bauvorhaben umfasst den Neubau eines Einsatztrainingszentrums mit zwei Raumschießanlagen, Trainings- und Seminarräumen sowie Sozialbereichen für das polizeiliche Schießtraining. Die modernen Schießhallen mit 25 Meter und 50 Meter Bahnen und die Nebenbereiche befinden sich im Erdgeschoss. Die hochinstallierten Technikbereiche sind in sehr kompakter Bauweise auf dem Dach sowie direkt unter den Geschossfangkammern angeordnet. Sie ermöglichen eine effiziente technische Versorgung auf dem aktuellen Stand der Technik und unter sehr hohen energetischen Anforderungen des Landes.
Der Neubau wurde nach umfangreichen Standortuntersuchungen entlang der Straßenachse unter Berücksichtigung der Geländetopgrafie platziert. Die Zuwegung wird barrierefrei und mit vorgelagerten Stellplätzen für Einsatzfahrzeuge ausgeführt. Die Lademöglichkeiten für E-Mobilität werden berücksichtigt. Die Versorgung des Gebäudes wird über den Anschluss an den Logistikbereich des Wirtschaftsgebäudes sichergestellt.
Den sozioökologischen Belangen wird durch eine angemessene Gestaltung des Außenraums mit integrierten Pausen- und Aufenthaltsbereichen, einer modernen Anlage für das Management des Regenwassers und gestalteten Grünzonen Rechnung getragen.
Das Bauwerk wird auf einer Spezialgründung aus 180 Atlas-Bohrpfählen in Halbfertigteilbauweise aus Beton und Stahlbau errichtet. Dabei sind sehr hohe Anforderungen aus Baugrund, Schießstandrichtlinien und Bauphysik einzuhalten. Die Bauweise ist baukostenoptimiert und für eine schnelle Bauzeit von circa 2 Jahren einschließlich lnbetriebnahmephase ausgelegt. Die Realisierung erfolgt durch circa 40 Einzelgewerke, die in einem komplexen Bauablauf koordiniert werden. Die Planung und Bauleitung erfolgt unter Leitung des SBL Neubrandenburg durch einen spezialisierten Generalplaner mit einem großen Planungsteam und unter intensiver Mitwirkung der Schießstandsachverständigen des Landes M-V.
Die energetische Versorgung erfolgt über autarke, hocheffiziente Wärmepumpen, eine PV-Anlage auf den Dachflächen und eine elektrische Standortanbindung. Das Gebäude unterschreitet die gesetzlichen Anforderungen an Energieverbrauch und CO2-Ausstoß um die Hälfte. Es werden zum Beispiel ausschließlich LED-Leuchten verwendet. Der CO2-Ausstoß wird im Jahr 30 Tonnen betragen.
Neueste digitale Schießkinotechnik in Form von Laserbeamern mit hochmoderner Zieldarstellungstechnik ermöglicht die Projektion von statischen Bildern, aber auch Übungsfilmen. Die Treffererfassung erfolgt automatisch über ein Kamerasystem. Die Anlage wird für dynamisches Mehrdistanzschießen und digital skaliertes Schießen bis 200 Meter ausgelegt und ist damit ein Meilenstein für die zeitgemäße Aus- und Weiterbildung der Polizistinnen und Polizisten.
Bei der sehr funktional und technisch geprägten Gebäudegestaltung wurde auf eine angemessene Fassadengestaltung für die öffentliche Wahrnehmung und Akzeptanz geachtet. Die von der Bundesstraße deutlich wahrnehmbare Fassade der hohen Technikzentrale zeigt ein netzartiges Fassadenraster, dass symbolisch für Dynamik, sportliches Training aber auch für Teamgeist, Zusammenhalt und Sicherheit steht.

Besonderheiten

Das hochmoderne Einsatz- und Trainingszentrum mit multifunktionalen Bereichen und Räumen ermöglicht der Polizei M-V ein breit gefächertes und zeitgemäßes Training für die theoretische und praktische Schießausbildung. Durch die kompakte Konfiguration werden effektive Trainingsabläufe und Szenarien unterstützt. Die haustechnische Komplexität ist vergleichbar mit einem hochinstallierten Laborgebäude. Die Raumluftbedingungen in der Raumschießanlage wurden mithilfe einer Strömungssimulation analysiert und optimiert. Der Energieverbrauch und der CO2-Austoß wurde gegenüber dem Referenzobjekt um mehr als zwei Drittel reduziert.

Herausforderungen

Das Baufeld liegt inmitten einer komplexen Polizeiliegenschaft. Die Bauausführung muss auf engem Raum und teilweise auf der gesicherten Polizeiliegenschaft durchgeführt werden. Für die Baufeldfreimachung mussten erhebliche geländetopografische Maßnahmen, die Abfangung der Straße sowie komplexe Umverlegungen von öffentlichen Medienleitungen durchgeführt werden. Die Gründung musste aufgrund des herausfordernden Baugrundes (geringe Tragfähigkeit, hoher Wasserstand, empfindliche Erdstoffe) mittels einer speziellen Bohrpfahlgründung erfolgen.
Für eine beschleunigte Ausführung des Rohbaus wurde eine Halbfertigteilbauweise gewählt und der Gebäudetypus im Hinblick auf eine maximal kurzfristige Realisierungszeit geplant, um eine möglichst zeitnahe Fertigstellung gewährleisten zu können. Die Vergaben laufen in EU- weiten Verfahren. Der außergewöhnliche Winter 25/26 mit einer über dreimonatigen strengen Dauerfrostperiode ließ einen Baubeginn des Rohbaus erst im Februar 2026 zu.

Neubau Raumschießanlage Waldeck

Bauherr Land Mecklenburg-Vorpommern, vertreten durch das SBL Neubrandenburg
Projektleitung SBL Neubrandenburg
Planung und Baubetreuung JSP Architekten Gesellschaft für Gesamtplanung mbH, Berlin
Baubeginn 12.2025
Bauende 12.2027
Gesamtbaukosten 24,5 Millionen Euro
Nutzfläche 1.522 m²
Brutto-Grundfläche 2.769 m²
Brutto-Rauminhalt 15.246 m³
Auftragsvergabe
Stand 15. August 2026

Lageplan Polizeizentrum Waldeck

18196 Dummerstorf, OT Waldeck
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Investition in Wachstum und Beschäftigung
Förderprojekt:
Förderung der Energieeffizienz in öffentlichen Gebäuden
Neubau Raumschießanlage Polizeizentrum Waldeck
Dieses Projekt ist kofinanziert aus Mitteln des Landes Mecklenburg-Vorpommern und wird mit Beteiligung des Finanzministeriums Mecklenburg-Vorpommern umgesetzt

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