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Neubau für das Grundbuchamt in Greifswald übergeben

05.08.2015 | Grundbuchamt am Amtsgericht Greifswald
Am 29. Juli 2015 wurde der Neubau des Grundbuchamtes durch den verantwortlichen Geschäftsbereich Neubrandenburg des BBL M-V an die Nutzer Oberverwaltungsgerichtes sowie des Amtsgerichtes Greifswald zur Nutzung übergeben. Der Neubau wurde aufgrund des Gerichtsstrukturneuordnungsgesetzes vom 9. Oktober 2013 notwendig. Hier sind jetzt die Mitarbeitenden und die Akten des Grundbuchamtes des neuen Amtsgerichtsbezirks Greifswald untergebracht.
Die Untersuchungen zur Unterbringung des Grundbuchamtes am Standort Greifswald und die Belegungsplanung wurden im Frühjahr 2013 durchgeführt. Nach der Verabschiedung des Gerichtsstrukturreformgesetzes erfolgte die Beauftragung zur Planung des Bauprojekts. Die Entwurfsunterlage lag im Dezember 2013 vor und wurde im Februar 2014 mit Gesamtkosten in Höhe von 3 Mio. € genehmigt.
Der Neubau des Grundbuchamtes hat die Aufgabe, eine Ensemblewirkung mit dem Baukörper des "Schwurgerichtes" von 1898/99 eingehen zu müssen, welcher die originale Gerichtsbebauung des 1857 nach den Plänen des Baumeisters Gustav Emil Benedictus Müller errichteten Schwurgerichtes in weiten Teilen ersetzte und an der Domstraße großzügig erweiterte. Nur noch Teile des Saalbereiches enthalten die originale Substanz des Ursprungsbaues von 1857, diese sind auch nur in bestimmten Abschnitten der Fassade ablesbar. Der historische Haftbereich, der mit dem Ursprungsbau 1857 architektonisch überzeugend eingeordnet und mehrfach erweitert wurde (1899/1900 und 1906), ist in der Konsequenz 1992 komplett abgebrochen worden und gibt jetzt die Möglichkeit, über historischem Grundriss das Gebäudeensemble wieder zu vervollständigen.  Das Bestandsensemble ist geprägt von einer sehr kraftvollen und farbintensiven Klinkerstruktur und einer sehr starken vertikalen Gliederung der Fenster. Bei der Planung des Grundbuchamtes wurde daher die sehr starke vertikale Gliederung der Fenster als gestaltprägende Fassadenstruktur weitergeführt, ebenso wurde eine Ensemblewirkung durch die Weiterführung einer ebenso tiefroten Fassadenstruktur als Metallfassade erreicht.
Die Nutzung des Grundbuchamtes wurde klar zoniert über alle Geschosse geplant.  Die Grundbucharchive sind als mittige Kerne zentral angelegt. In Ost- und Westrichtung erfolgen Anlagerungen der Büro- und Bearbeitungsbereiche, welche die Geschäftsstellen,  Räume für Rechtspfleger und Nebenräume enthalten.  Die Geschäftsstellen liegen direkt am öffentlichen Treppenhaus und können so über kürzeste Flure erschlossen werden.
Aus Gründen des Schutzes denkmalpflegerisch relevanter Bodenschichten, der Vermeidung von Schäden am Bestand und des Entfalls eines teuren Bodenaustausches (in Grundwassernähe mit Grundwasserabsenkung) erfolgte die Gründung als Tiefengründung mittels Bohrpfählen.  Die tragenden Außenwände bestehen aus Stahlbetonwänden. Hierbei bilden Bereiche des Südgiebels eine Ausnahme. Diese Bereiche sind mit Stahlbetonstützen versehen, die ausgemauert wurden, um für einen eventuellen späteren Anbau Durchgänge und Durchbrüche der Haustechnikinstallationen ohne großen Aufwand zu schaffen. Die Fenster wurden nach Sicherheitsanforderungen des Landeskriminalamtes als Aluminium-Rahmenfenster mit Glasfüllung eingebaut. Die vorgehängte hinterlüftete Metallfassade wurde als Kassettensystem aus COR-TEN-Stahlblech mit wärmebrückenfreier Aluminium-Unterkonstruktion ausgebildet. Die geschosshohen Kassetten sind allseitig gekantet. Die Wärmeversorgung erfolgt mittels Luft-Wasser-Wärmepumpe. Mit der Wärmepumpe wird die Heizlast des Gebäudes zu 100 Prozent gedeckt und somit die Vorgabe des Erneuerbaren-Energien-Wärmegesetzes erfüllt. Die innenliegenden Archivräume sind an eine mechanische Be- und Entlüftungsanlage angeschlossen.
Der Baubeginn erfolgte im April 2014 mit der Bohrpfahlgründung.

Grundbuchamt Greifswald, Domstraße 6/7