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Neubau eines Wirtschafts- und Betreuungsgebäudes

10.01.2017 • Bundesbau
In der Bundeswehrliegenschaft Ferdinand von Schill-Kaserne Torgelow/Spechtberg entsteht seit Januar 2014 in Verantwortung des Geschäftsbereiches Neubrandenburg des landeseigenen Betriebs für Bau und Liegenschaften (BBL M-V) ein Wirtschafts- und Betreuungsgebäude. Im Januar 2016 wurde das Richtfest für die Errichtung des Rohbaus gefeiert. Jetzt wird das Gebäude ausgebaut und soll bis Juli 2017 fertiggestellt sein.
Blick auf den Rohbau des Wirtschafts- und Betreuungsgebäudes © 2016 Betrieb für Bau und Liegenschaften Mecklenburg-Vorpommern Bild größer
Ferdinand von Schill-Kaserne Torgelow/Spechtberg, Richtfest Neubau Wirtschafts- und Betreuungsgebäude Blick auf den Rohbau des Wirtschafts- und Betreuungsgebäudes © 2016 Betrieb für Bau und Liegenschaften Mecklenburg-Vorpommern

Standort

Die Kaserne gelegen im Nord-Osten Mecklenburg-Vorpommerns in der Ueckermünder Heide, wurde in den 1950er Jahren erbaut. Das neue Wirtschafts- und Betreuungsgebäude ersetzt zwei vorhandene Gebäude, die aufgrund ihres Bauzustandes nicht weiter genutzt werden können. Der Neubau wird zukünftig der zentrale Anlaufpunkt für alle Soldaten der Kaserne sein. Er befindet sich in mitten des zentralen Grünstreifen der Kaserne und ist von den unterschiedlichen Funktionsbereichen aus gut zu erreichen.

Nutzung

Das Wirtschafts- und Betreuungsgebäude, das der Essensversorgung und der Freizeitgestaltung der Soldaten dient, ist auf einem rechteckigen Grundriss zweigeschossig organisiert. Das Gebäude ist nicht unterkellert. Im Erdgeschoss befindet sich der Speisesaal für alle Dienstgrade, die Truppenküche sowie Mehrzweckraum, Truppenbibliothek, Informationszentrale und Friseur. Im Obergeschoss sind die Heimbereiche für Mannschaften, Unteroffiziere und Offiziere untergebracht. Versorgt wird dieser Bereich durch einen privaten Pächter, der über einen eigenen Küchenbereich verfügt. Eine Besonderheit stellt ein Saunabereich dar, der die Möglichkeiten der Freizeitgestaltung in der Kaserne erweitert und von allen Soldaten genutzt werden kann.
Zentrales Element im Innenraum des Gebäudes ist ein zweigeschossiger Lichthof, der über sogenannte Sheddächer (Sägezahndächer) mit Nordlicht belichtet wird. An den Lichthof grenzen alle Bereiche an, die durch die Soldaten genutzt werden. Neben seiner Funktion als zentraler Verteiler stellt der Lichthof einen Treffpunkt für die Soldaten in ihrer Freizeit dar.

Architektur des Gebäudes

Der zweigeschossige Neubau hat eine langgestreckte, rechteckige Grundform mit den Außenmaßen von ca. 90 x 30 Meter. Das gesamte Obergeschoss ragt zwei Meter über das Erdgeschoss hinaus. Dadurch werden die Räume im Erdgeschoss in den Sommermonaten natürlich verschattet. Gleichzeitig sind durch den Überstand die Anlieferungsbereiche der Truppenküche vor der Witterung geschützt.
Wesentlicher Bestandteil des architektonischen Konzepts sind drei Terrassen im Obergeschoss, die die Heimräume der unterschiedlichen Dienstgrade um einen Außenraum erweitern. Die Terrassen sind in Form von großen Loggien in den Baukörper eingeschnitten und bieten eine von Einblicken geschützte Fläche auf der die Soldaten ihre Freizeit nach Dienstschluss verbringen können.
Das Gebäude wird im Wesentlichen aus Stahlbeton errichtet. Das gesamte Erdgeschoss erhält eine Verkleidung mit großformatigen, verzinkten Stahlpaneelen. Das Material stellt einen gestalterischen Bezug zum angrenzenden technischen Bereich der Kaserne dar und bildet gleichzeitig eine robuste Verkleidung der Fassade, die insbesondere im Bereich der Anlieferungen sinnvoll ist. Das Obergeschoss hingegen wird weiß verputzt, wodurch die große Gebäudemasse eine gewisse Leichtigkeit erhält.

Kunst am Bau

Im Rahmen der Kunst am Bau wird im Gebäude ein Leit- und Orientierungssystems im Sinne einer eigenständigen Markierung errichtet, das die Orientierung in den öffentlich zugänglichen Räumen des Gebäudes erleichtert und die Nutzeridentität mit dem Bau stärkt. Das Leitsystem soll der besonderen Funktion des Gebäudes gerecht werden und das architektonische Entwurfskonzept unterstützen. Die Hausbeschriftung, der Wegweiser am Eingang und die Türschilder werden in einer einheitlichen Sprache gestaltet. Hierzu fand am 15. März 2016 ein nicht öffentlicher Wettbewerb statt. Sieger des Wettbewerbes ist der Künstler Olaf Thaler. Sein Entwurf besteht ausschließlich aus Glas, das in variierenden Schmelz-, Färbe- und Bearbeitungstechniken verwandt wird.

Planungsdaten Ferdinand von Schill-Kaserne Torgelow/Spechtberg, Neubau Wirtschafts- und Betreuungsgebäude

Bauherr Bundesministerium für Verteidigung
Projektleitung BBL M-V, Geschäftsbereich Neubrandenburg
Bauleitung 3PO > Bopst Melan Architektenpartnerschaft BDA, Potsdam
Planung 3PO > Bopst Melan Architektenpartnerschaft BDA, Potsdam
Baukosten 10 Mio. Euro
Baubeginn 01.2014
Bauende 07.2017
Nutzfläche 2.648 m²

Lageplan Torgelow/Spechtberg

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