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Neubau eines Hafthauses in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Bützow

26.11.2015 | Allgemeiner Landesbau
Mit dem nach 27 Monaten Bauzeit am 28. September 2015 übergebenen Neubau des Hafthauses H wurde ein weiterer Realisierungsabschnitt (3. RA) innerhalb des Bauprojekts auf der landeseigenen Liegenschaft in Bützow fertiggestellt.
Ansicht des Neubaus Hafthaus H © 2015 Christoph Edelhoff im Auftrag dhbt Architekten aus Kiel Bild größer
Neubau Hafthaus H in der Justizvollzugsanstalt Bützow Ansicht des Neubaus Hafthaus H © 2015 Christoph Edelhoff im Auftrag dhbt Architekten aus Kiel
Die Liegenschaft JVA Bützow gehört zu den ältesten Haftanstalten in Deutschland. Baubeginn der historischen Anlagen war 1835. Die erste Bauphase dauerte bis 1847. In den Jahren 1902 bis 1906 erfolgte ein Umbau und eine Erweiterungsphase. Das sogenannte Sterngebäude unterliegt dem Denkmalschutz. Die Anstalt befindet sich mit ca. 500 Gefangenen während der Bauzeit weiterhin im laufenden Betrieb. Das Gelände befindet sich im Norden der Stadt Bützow, Gemarkung Bützow Neuendorf, im Randbereich des Siedlungsgebietes. Das Baugrundstück liegt an der L11, der Kühlungsborner Straße, in Höhe des Ortsausgangs der Stadt Bützow. Bei dem beschriebenen Bauvorhaben handelt es sich um einen Neubau in Anlehnung an das vorhandene Hafthaus G. Das Hafthaus beinhaltet 142 Haftplätze (davon zwei behindertengerecht), zwei Arrestzellen und einen besonders gesicherter Haftraum.
Die Gründung des 97 m langen Gebäudes erfolgte durch eine Flachgründung - trotz anspruchsvollem Baugrund konnte auf eine aufwendige und kostenintensive Pfahlgründung verzichtet werden.
Die Lasten werden über die längs verlaufenden Streifenfundamente abgetragen. Dadurch brauchte nur in diesen Bereichen der Boden partiell ausgetauscht werden. Der Rohbau wurde aus Stahlbeton mit einem hohen Anteil an Halbfertigteilen erstellt. Damit wurde ein schneller Baufortschritt mit geringerer Schlechtwetterabhängigkeit realisiert. Der Dachstuhl besteht aus einem Satteldach mit Betondachstein-Eindeckung. Im Mittelteil beherbergt er Technikräume für die Elektro- und Lüftungsanlage. Die zweischalige Außenfassade besteht aus einem Vormauerklinkerstein und der inneren Stahlbetontragschale mit zwischenliegender Wärmedämmung und Luftschicht.
Für die horizontale und vertikale Medienerschließung sind im Untergeschoss ein Mediengang und im Bereich der Nasszellen vertikale Versorgungsschächte angeordnet.

Weitere Baumaßnahmen auf der Liegenschaft sind:

1. RA - Erneuerung Außenmauer im Nordabschnitt (übergeben)
2. RA - Grundinstandsetzung Haus A und Stern (Übergabe Mai 2016)
3. RA - Neubau Hafthaus H
4. RA - Neubau Sicherungsverwahrung (übergeben)
5. RA - Therapieräume und Verwaltung (übergeben)
6. RA - Infrastruktur Sicherungsverwahrung (übergeben)

Ein weiterer geplanter 7. Realisierungsabschnitt ist die Grundinstandsetzung des Wirtschaftsgebäude und der Küche.