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Neubau einer Forschungshalle für die Fakultät für Maschinenbau und Schiffstechnik der Universität Rostock

Neubau einer Forschungshalle für die Fakultät für Maschinenbau und Schiffstechnik der Universität Rostock

07.03.2022 • EFRE im SBL Rostock
Auf dem Campus Südstadt entstand eine neue Forschungshalle (Bauteil II). Das Gebäude wurde in unmittelbarer Nähe zur 2012 errichteten Forschungshalle (Bauteil I) geplant und errichtet und erweitert diese seit Ende 2021. Das Staatliche Bau- und Liegenschaftsamt (SBL) Rostock setzte das Bauprojekt in einer Bauzeit von etwas mehr als drei Jahren um.
Für die Fakultät für Maschinenbau und Schiffstechnik (MSF) der Universität Rostock bestand ein erhebliches Defizit an Forschungsflächen. Durch den Neubau des Bauteils II wurden dringend benötigte Forschungsflächen als Erweiterung der 2011 errichteten Forschungshalle Bauteil I hergestellt. Bauteil I und Bauteil II sind nunmehr zu einer gemeinsamen Forschungshalle verbunden.
Das Land Mecklenburg-Vorpommern investierte mit Unterstützung der Europäischen Union 6,5 Millionen Euro in diesen Bauabschnitt (Bauteil II), mit dem eine Fläche von ca. 1.056 m² entstanden ist. Das SBL Rostock setzte das Bauprojekt um. Bis Ende 2019 war der Geschäftsbereich Hochschul- und Klinikbau des landeseigenen Betriebs für Bau und Liegenschaften Mecklenburg-Vorpommern (BBL M-V) für das Bauprojekt zuständig. Baubeginn war im September 2018, das Baufeld wurde ab Oktober 2018 hergerichtet, u. a. wurde nach Kampfmitteln sondiert.
Insgesamt finden fünf Nutzer in der neuen Halle Platz. Die Lehrstühle Fügetechnik, Werkstofftechnik, Strukturmechanik, Strömungsmaschinen und Standortwerkstatt der Universität Rostock erhalten mit der Fertigstellung und Übergabe zur Nutzung Ende November 2021 optimale Bedingungen für die Forschung  und Ausbildung.
In seiner Festschrift zum 70. Gründungstag der Ingenieurwissenschaften führt die Universität dazu aus: "Die Fakultät für Maschinenbau und Schiffstechnik bildet mit Ihren vielseitigen Studiengängen einen leistungsfähigen Schwerpunkt für eine praxisnahe Ingenieurausbildung. Zu den Forschungsschwerpunkten der Fakultät zählen u. a. biomedizinische Technik, Energie- und Strömungstechnik, Maritime Systeme, Produktionstechnik, Mechatronik und Antriebstechnik sowie Angewandte Mechanik und Werkstofftechnik.".
Im Dezember 2021 wurden die Forschungsstationen gemeinsam mit der Universität Rostock final angeschlossen. Restarbeiten sind vom SBL Rostock beauftragt und werden bis zum Ende des III. Quartals 2022 abgeschlossen.
Infolge der Corona-Pandemie hat sich die Bauzeit um ca. ein Jahr verlängert. Damit steigen auch die Kosten für die Baumaßnahme, die zurzeit in einem Nachtrag zusammengefasst werden.

Denkmalschutz

Mit der denkmalpflegerischen Untersuchung der gesamten Liegenschaft zwischen Albert-Einstein-Straße, Joachim-Jungius-Straße, Rudolf-Diesel-Straße und Erich-Schlesinger-Straße wurde gemeinsam mit der Universität Rostock sowie dem Landesamt für Kultur und Denkmalpflege Einvernehmen bezüglich der Dimensionierung des Baufeldes, der städtebaulichen Anordnung sowie der architektonischen Gestaltung des Gebäudes hergestellt. In der Planung des Bauteils I wurden bereits vor 2012 die Gestaltung der Fassaden und Farben der Außenhülle einvernehmlich festgelegt, die sich nunmehr im laufenden Bauabschnitt Bauteil II nahtlos fortführen.
Entscheidend für die Lage und Ausprägung des Baukörpers innerhalb der denkmalgeschützten Liegenschaft ist die beengte Situation zwischen dem Gebäude für experimentelle Elektrotechnik und dem dicht am Baufeld liegendem Eckkomplex des Statikgebäudes sowie der Strömungshalle (siehe Lageplan).
Die präsente Lage der Forschungshalle im Eingangsbereich der Liegenschaft erfordert eine prägnante architektonische Lösung. Es entstand ein klar gegliederter Hallenkörper mit einer offenen und repräsentativen Zugangssituation. Proportion und Maßstäblichkeit wahren die örtliche Gegebenheit und unterstützen den denkmalgeschützten Charakter des Campus.

Städtebau und Architektur

Die Liegenschaft befindet sich in der Südstadt in der Nähe zum Hauptbahnhof der Hanse- und Universitätsstadt Rostock. Das Baufeld erstreckt sich entlang der Joachim-Jungius-Straße und schließt direkt an den Bauteil I an, der ab 2012 in den Betrieb ging.
Auf der Liegenschaft bildet die Forschungshalle den südöstlichen Abschluss der Bebauung und übernimmt in seiner Ausdehnung die aus der bestehenden Campusstruktur vorhandenen Baufluchten. Der Entwurf umfasst im Osten des Komplexes eine zweigeschossige Anlage, welche mit einer linear davor positionierten Halle kombiniert wird. Alle Nebenfunktionen, Büroflächen und Forschungseinheiten mit geringer Höhe wurden in der zweigeschossigen Zone untergebracht. Auf der Galerieebene sind neben den Technik- und Umkleideflächen weitere Büros untergebracht. Die Halle steht auf einer Bodenplatte, die für eine Nutzlast von 10 kN je m² ausgelegt ist. Streifenfundamente zur Aufnahme von Wandlasten und ein umlaufender Schutz gegen den Frost ergänzen die Bodenplatte. Die Forschungshalle ist ohne Keller in Stahlbeton-Skelettbauweise mit den Abmessungen ca. 36 Meter lang x 21,6 Meter breit errichtet worden. Die tragende Konstruktion bilden Stützen aus Stahlbeton auf denen Dachbinder aufgelegt sind. Das Raster der Stützen beträgt 5,4 Meter breit x 13,5 Meter hoch.

Gebäudetechnik

Die Anlagentechnik für Heizung, Lüftung, Sanitär und Elektrik entspricht den modernsten Anforderungen an Forschung und Technik.  Die zentrale Heizungsanlage ist im Gebäude an einer Übergabestation für Fernwärme der Stadtwerke Rostock installiert (Kraft-Wärme-Kopplung). Heizplatten an den Decken und Heizkörper strahlen die geforderte Wärme ab und werden raumweise geregelt. So können die geforderten Temperaturen mit hoher Genauigkeit geliefert werden. Die Anlage wird mit elektronisch geregelten und hocheffizienten Umwälzpumpen hydraulisch abgeglichen.  Das Warmwasser für den Sanitärbereich und die Teeküche wird dezentral in elektronisch geregelten Durchlauferhitzern aufbereitet.  Das Gebäude wird mit Leuchten inkl. elektronischen Vorschaltgeräten und LED ausgestattet. Tageslicht wird dabei maximal genutzt.

Planungsdaten für das Bauprojekt Forschungshalle Bauteil II (BTII) der Fakultät für Maschinenbau und Schiffstechnik der Universität Rostock

Bauherr Land Mecklenburg-Vorpommern, vertreten durch das Staatliche Bau- und Liegenschaftsamt Rostock
Gesamtbaukosten 6,5 Millionen Euro
EFRE-Förderung 3,7 Millionen Euro
Baubeginn 09.2018
Richtfest 14. Januar 2020
Bauende Ende 2021 (Restarbeiten bis III. Quartal 2022)
Hauptnutzfläche 1.056 m²
Bruttorauminhalt 8.585 m³
beauftragtes Planungsbüro
Stand: 24. Februar 2022

Standorte der Forschungshallen mit beiden Bauteilen I und II auf dem Campus Südstadt

Weitere Bauprojekte der SBL-MV