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Messdienststelle entsteht auf dem Fischland Darß Zingst

18.06.2014 • BBL M-V richtet Neubau für Umweltbundesamt
Die in den 1980er Jahren gebaute Messstation unweit des Ostseebades Zingst wird im Auftrag des Bundes den strengen Kriterien der Nachhaltigkeit entsprechend erneuert. Das Gebäude wird bis Ende des Jahres fertiggestellt, der Baubeginn erfolgte Mitte März. Gestern bedankte sich der Bauherr mit dem traditionellen Richtfest bei den am Bau Beteiligten Firmen und Handwerkern.

Gestern fand das Richtfest statt.

Michael Bleyder vom landeseigenen BBL M-V begrüßte als Vertreter des Bauherrn die Gäste und gab detaillierte Informationen zum Bauprojekt, bevor Karsten Klenner vom Umweltbundesamt in Berlin auf die Vorteile des neuen Gebäudes und die Bedeutung des Standortes auf dem Zingst sowohl für das bundesdeutsche, als auch das weltweite Messnetz erläuterte. Nachdem Zimmermann Jens Honkomp von der Firma Rottinghaus aus Lohne auf dem Gerüst stehend den Richtspruch vortrug (siehe Downloads), trieben beide gemeinsam den letzten Nagel in den Dachstuhl.
Wibke Lunow vom BBL M-V und die vom BBL M-V beauftragten Architekten Rekoplan GmbH aus Rostock führten danach erst durch den Rohbau, der zu großen Teilen aus Holz besteht, beantworteten die Fragen der Gäste und Pressevertreter und anschließend zum kleinen Pavillon, in dem der Richtschmaus gereicht wurde.

Bauprojekt

Für dieses besondere Bauprojekt im Landschaftsschutzgebiet kurz vor den Toren des Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft ist der BBL M-V Geschäftsbereich Schwerin verantwortlich. Der eingeschossige Neubau in der Landstraße 3, etwa drei Kilometer östlich des Ostseebades Zingst, wird auf dem Areal errichtet, auf dem seit 1980 Wetterdaten gemessen und gesammelt werden. Seit Anfang der 1990er Jahre gehört die Station zur Sondierung der mittleren Atmosphäre ebenfalls zum Luftmessnetz des Umweltbundesamtes.
Das alte Messdienstgebäude erfüllt die gestellten Anforderungen nicht mehr, sodass Planungen für einen Neubau erforderlich geworden waren. Für ca. 973.000 Euro entsteht nunmehr ein eingeschossiger Neubau mit Satteldach und Ziegeleindeckung, auf dem eine Photovoltaik-Anlage mit einer Leistung von 4 KW installiert wird. Das Dach wird von einer Holzständerkonstruktion getragen, deren Wände in Fachwerkbauweise ausgeführt werden.
Um möglichst zahlreich nachwachsende Rohstoffen in dem Neubau zu verwenden, wird u. a. Zellulose für die Wand- und Deckendämmung verwendet. Diese Zellulosefasern werden aus Altpapier durch mechanische Zerkleinerung und unter Zugabe von Brandschutzmittel (Borate, Borsäure) hergestellt und maschinell, trocken oder nass als Dämmstoff auf- bzw. eingeblasen. Die Fassade besteht aus unbehandeltem Lärchenholz.
Auch um die Luftmessungen nicht zu beeinträchtigen, wird das Gebäude mit einem sehr geringen Anteil von metallischen Baustoffen errichtet und nicht mit zusätzlichen Anstrichstoffen, Lasuren oder Ölen im Außenbereich bearbeitet, da deren Ausdünstungen die Messwerte beeinflussen könnten.
Die hier im Nationalpark gemessenen Werte bilden mit weiteren Luftmesswerten der Messstationen zwischen Westerland und der Zugspitze die Definition des Umweltbundesamtes von sauberer Luft.

Ausblick

Nach Fertigstellung zum Ende des Jahres 2014 können die hochempfindlichen Messgeräte in ihr neues Domizil umgesetzt werden. Im Anschluss wird ein weiteres Bestandsgebäude zurückgebaut. Für die Vorbereitung des Baufeldes ist bereits ein Bestandsgebäude zurückgebaut worden, sodass mit Abschluss des Bauprojekts die ca. 5.125 m² große Liegenschaft neu geordnet sein wird.
Der in Anlehnung an den Passivhausstandard errichtete Neubau wird - sofern die vorgegebenen Bedingungen des Nachhaltigen Bauens erfüllt sind - das BNB-Gütesiegel in "Silber" verliehen bekommen.

Neubau einer Messdienststelle für das Umweltbundesamt

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