Marmor- und Gardesaal im Schloss Ludwigslust restauriert
10.02.2026 • Bauprojekte im SBL Schwerin
Mit dem vollständig aus Landesmitteln finanzierten Bauprojekt konnte das Staatliche Bau- und Liegenschaftsamt (SBL) Schwerin die schlossplatzseitig vor dem Goldenen Saal gelegenen beiden Säle im 1. und 2. Obergeschoss des Mitteltraktes restaurieren lassen. Beide Säle sind unmittelbar von den Treppenhäusern aus zugänglich und ermöglichen einen beeindruckenden Blick auf den Schlossplatz, die Kaskaden bis hin zur Hofkirche.
Gardesaal
Über den Gardesaal im 1. Obergeschoss betraten die Gäste des Herzogs den Goldenen Saal, was eine hohe Bedeutung in der repräsentativen Gästeführung darstellt. Der Saal war, wie das Foyer und die beiden Treppenhäuser, mit gegliederten Putzflächen in weiß bis hellgrau gestaltet. Im Verlauf der Zeit und den damit verbundenen Nutzungen, beispielweise als Speisesaal, wurde die Gliederung des Putzes jedoch abgeschlagen und glatt darüber geputzt. Innerhalb der Sanierung konnten diese Gliederungen und eine Halbrundnische aus der Bauzeit um 1780 rekonstruiert werden. Diese erhielten einen monochromen hellgrauen Anstrich. Fenster und Türen wurden gemäß Befund weiß gefasst. Der bereits in einem früheren Bauprojekt restaurierte Parkettboden wurde durch Teppichläufer für den Besucherrundgang geschützt.
Da der aufgehängte historische Kristallleuchter erst in einem späteren Bauprojekt restauriert und elektrifiziert wird, erhielt der Gardesaal zunächst moderne Deckenleuchten. Seitens der Haustechnik konnten Anschlüsse und Leitungen weitestgehend weiterverwendet werden. Der Saal erhielt neue Heizkörper sowie Schalter und Steckdosen.
Marmorsaal
Der Marmorsaal im 2. Obergeschoss hieß einst Trompetersaal, weil die Musiker über diesen weißgrau gefassten Saal auf die Galerie des Goldenen Saals gelangten. Sein heutiger Name ist auf den bedeutenden Umbau von 1822 bis 1824 durch den Baumeister Johann Georg Barca zurückzuführen. Zusammen mit der Neugestaltung der Räumlichkeiten für den Erbgroßherzog Paul Friedrich und seine Gemahlin Alexandrine im 2. Obergeschoss im Westflügel erhielten die Wandflächen im Saal einen gelb marmorierten Stuckmarmor, der durch weiß marmorierte Pilaster mit Stuckbasen und Kapitellen gegliedert ist. Ein Stuckgesims bildet den Übergang zur Decke, die mit einem vollflächigen Stuckdekor geschmückt ist. Die Türen und vermutlich auch die Fenster und Fußleisten waren in einer Imitation in rötlichem Mahagoni gefasst. Gemäß denkmalpflegerischen Anforderungen sollte der Marmorsaal in entsprechend dieser Fassung restauriert und rekonstruiert werden.
Die besondere Herausforderung der Restaurierung des Marmorsaals stellte somit die Anwendung alter Handwerkstechniken dar, wie die Sanierung des Stuckmarmors durch die Stuckateure und das Herstellen der Mahagoniimitationen oder Marmorierung durch die Maler.
Der bereits in einer früheren Baumaßnahme restaurierte Marketerieboden wurde mit Teppichläufern für den Besucherrundgang geschützt. Vom Marmorsaal lässt sich der Altan betreten, der jedoch aus statischen Gründen nicht öffentlich zugänglich ist.
In den Nischen des Marmorsaals standen Rippenheizkörper, die durch nachweisbare Kachelöfen ersetzt wurden. Dazu konnten unter Nutzung der noch vorhandenen Kacheln beide Öfen rekonstruiert und zusätzlich mit Heizschlangen ausgestattet werden. Dadurch wird der Marmorsaal nicht nur durch neue Heizkörper vor den Fenstern, sondern auch durch die Kachelöfen beheizt.
Der bereits in einer früheren Baumaßnahme restaurierte Marketerieboden wurde mit Teppichläufern für den Besucherrundgang geschützt. Vom Marmorsaal lässt sich der Altan betreten, der jedoch aus statischen Gründen nicht öffentlich zugänglich ist.
In den Nischen des Marmorsaals standen Rippenheizkörper, die durch nachweisbare Kachelöfen ersetzt wurden. Dazu konnten unter Nutzung der noch vorhandenen Kacheln beide Öfen rekonstruiert und zusätzlich mit Heizschlangen ausgestattet werden. Dadurch wird der Marmorsaal nicht nur durch neue Heizkörper vor den Fenstern, sondern auch durch die Kachelöfen beheizt.
Für die elektrische Ausstattung des Saals konnten vorhandene Installationen weiterverwendet werden. Es wurden weitestgehend nur die Schalter und Steckdosen erneuert. Außerdem erhielt der Saal moderne Deckenleuchter, da die nachweisbaren Kronleuchter erst in einem späteren Bauprojekt rekonstruiert werden sollen.
Historische Fotos belegen, dass in zwei Nischen weiße Stuckfiguren auf weißen Postamenten standen, die sich zuletzt im Goldenen Saal befanden. Diese wurden zurückgeführt und restauriert.
Eckdaten Marmor- und Gardesaal Schloss Ludwigslust
| Bauherr | Land Mecklenburg-Vorpommern, vertreten durch das SBL Schwerin |
|---|---|
| Baubeginn | 2022 |
| Bauende | 2025 |
| Gesamtkosten | 1,2 Mio. Euro |
| Fläche | 197,50 m² Bruttogrundfläche |
| Architekt | Architektin Eva-Maria Ernst |
| Restauratoren | Restauratorengemeinschaft Baumgart & Brandner |
Stand 02/2026
Standort Schloss Ludwigslust
19288 Ludwigslust, Schloßfreiheit