Zum Content springen

Herrichtung eines Interimsgebäudes für die Fachhochschule für öffentliche Verwaltung, Polizei und Rechtspflege (FHöVPR) Güstrow

02.06.2022 • Allgemeiner Landesbau
Das ehemalige Landeskinderheim in Güstrow wurde für die Interimsunterbringung von Seminarräumen einschließlich Büroräumen für die FHöVPR hergerichtet. Im April erfolgte die Technische Übergabe. Das Gebäude befindet sich in Güstrow in der Goldberger Straße in unmittelbarer Nähe zur FHöVPR. Durch die in der FHöVPR laufenden Maßnahmen zur Sanierung der Lehrsaalgebäude, die für einen laufenden Schulbetrieb den Auszug erfordern, wurde die Herrichtung eines Interimsgebäudes notwendig.

Zur Geschichte

Das Gebäude wurde von Regierungsbaumeister Adolf Lierse von 1924 bis 1926 als Landeskinderheim erbaut. Bauherr war das Mecklenburg-Schwerinsche Staatsministerium. Rund 250 Kinder waren dort untergebracht. Das Gebäude war aber auch Ausbildungsstätte für Pflege, Erziehung, Hauswirtschaft, Küche, Garten und Viehwirtschaft.
Im März 1948 wurde das Kinderheim beräumt und bis September 1950 als Wohngebäude der sowjetischen Besatzungsmacht genutzt. Erst danach wurde es wieder als Kinderheim genutzt.
Ab 1991 zog der Internationalen Bund, (Gesellschaft für Beschäftigung, Bildung und soziale Dienste mbH) ein.  Ab August 2020 bis April 2022 erfolgte die Herrichtung zum Interimsgebäude für die FHöVPR.

Architektur, Konzeption und Gestaltung

Der zweigeschossige Ziegelbau befindet sich im südlichen Stadterweiterungsbereich von Güstrow, angrenzend an das sogenannte "Goldberger Viertel" mit dem dortigen Wasserturm von Paul Korff, den Bauten der heutigen FHöVPR - dem dominierenden Komplex an der Goldberger Straße - und nicht zuletzt dem benachbarten ehemaligen Säuglingsheim.
Bei dem unter Denkmalschutz stehenden Gebäude handelt es sich um ein Einzeldenkmal. Es ist ein herausragendes Gestaltungsensemble des frühen 20. Jahrhunderts aus der Phase des Übergangs vom Historismus zur Moderne. Ausklingender Historismus im Außenbereich und Expressionismus im Innenbereich stellen hier einen starken Gegensatz in der Gestaltung dar.

Für die jetzige Nutzung als Interimsgebäude für die FHöVPR musste der vorhandene Gebäudezuschnitt, der Brandschutz und die Forderungen der Denkmalpflege bei der Planung berücksichtigt werden. Das Farbkonzept für öffentlich, repräsentative Bereiche erfolgte in Abstimmung mit dem Landesamt für Kultur und Denkmalpflege M-V und der FHöVPR. Es wurde ein Farbkonzept für den Innenbereich erstellt. Um denkmalpflegerischen Mindestanforderungen gerecht zu werden, wurden partielle Teilbereiche, wie z. B. die Kunststeinoberflächen herausgearbeitet und die allgemeinen Oberflächen mit denkmalgerechten Anstrichen bzw. Technologien wiederhergestellt. Vorerst wurden nur Räumlichkeiten im Erd- und Obergeschoss geschaffen.
Es wurde zurückgebaut und Gefahrstoffe entsorgt. Die Haustechnik wurde komplett ausgetauscht. Das System für das Mischwasser musste mit separaten Anschlüssen für Regenwasser- und Schmutzwasser getrennt werden. Neue Grundleitungen für das Schmutzwasser wurden verlegt, der Anschluss für das Trinkwasser sowie der Gasanschluss erneuert. Eine neue Heizungsanlage wurde errichtet sowie die Elektro-, Fernmelde- und IT-Infrastruktur im Gebäude komplett neu erschlossen.
Die Straße auf der Liegenschaft wurde erneuert.  Insgesamt können jetzt 21 Seminarräumen mit einer Gesamtfläche von ca. 992 m² sowie 17 Einzel- bzw. Doppelbüros mit einer Gesamtfläche von ca. 270 m² hier genutzt werden.

Planungsdaten zur Herrichtung des Interimsgebäudes ehemaliges Kinderheim für die FHöVPR Güstrow

Bauherr Land Mecklenburg-Vorpommern, vertreten durch das SBL Neubrandenburg
Projektleitung SBL Neubrandenburg
Planung und Baubetreuung IB Baupartner GbR, Güstrow
Baukosten 2,79 Millionen Euro
Baubeginn 12.2020
Bauende 04.2022
Nutzfläche
Stand 01.06.2022

Lageplan Interimsunterbringung der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung, Polizei und Rechtspflege in Güstrow

Weitere Bauprojekte der SBL-MV