Zum Content springen
Hier investiert Europa in die ländlichen Gebiete
Maßnahmen zum Schutz und zur Erhaltung des Kulturerbes "Schlösser und Parks"
Schloss Ludwigslust - Grundinstandsetzung Westflügel

Grundinstandsetzung des Westflügels Schloss Ludwigslust hat begonnen

18.06.2018 • ELER im BBL M-V
Die Europäische Union (EU) unterstützt u. a. die Entwicklung strukturschwacher Regionen auf unserem Kontinent. Damit möchte die Gemeinschaft der 28 Mitgliedsländer unterschiedlich stark bzw. schwach entwickelte Gebiete einander angleichen. Einen Teil dieser Investitionen setzt der landeseigene Betrieb für Bau und Liegenschaften (BBL M-V) in Mecklenburg-Vorpommern um.

Allgemeines

Die Stadt Ludwigslust liegt etwa 35 Kilometer südlich der Landeshauptstadt Schwerin im Südwesten des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern. Das Schloss ist Eigentum des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Das Gebäude steht unter Denkmalschutz und wird als öffentliches Museum genutzt.
Das heutige Schloss wurde von 1772 bis 1776 im Auftrag Herzog Friedrichs durch den Hofbaumeister Busch errichtet, unmittelbar nördlich des alten Jagdhauses, dessen Abbruch erst nach Vollendung des Neubaus erfolgte. Die Ausstattung der Innenräume dauerte bis in die 1780er Jahre. Das Ludwigsluster Schloss besteht im Kern aus Ziegelmauerwerk, teilweise Fachwerk, die Fassaden tragen eine Verkleidung aus Elbsandstein. Das Schlossgebäude besitzt drei Vollgeschosse und ein Mezzanin. Das unterste Stockwerk dient als Sockelgeschoss des Bauwerks, die beiden mittleren Etagen mit den herzoglichen Wohn- und Prunkräumen sind durch umlaufende Pilaster in ionischer Kolossalordnung gegliedert. Im Mitteltrakt befinden sich die großen Säle, im Erdgeschoss der Jagdsaal und im Obergeschoss der Goldene Saal. Der Grundriss des Schlosses ist E-förmig, die breite Fassade auf den Schlossplatz ausgerichtet, während die beiden Seitenflügel und der pavillonartige Mitteltrakt zum Garten weisen. Seit 1989/90 fanden bereits mehrere Baumaßnahmen statt, u. a. die Sanierung der Dächer, der Einbau einer Heizung, Einbau eines Aufzuges und die Fassadensanierung einschließlich des figürlichen Schmucks. In der vergangenen ELER-Förderperiode 2006 bis 2013 wurde der Ostflügel bis auf das Erdgeschoss innen mit seiner historischen Raumausstattung restauriert und für das Staatliche Museum hergerichtet.

Zustand 2016

Neben der Berücksichtigung des neuen Ausstellungskonzeptes des Museums werden die statische Ertüchtigung der Tragkonstruktion, die Bauabschnitte der historischen Raumfassungen im Westflügel, sowie die brandschutztechnische Ertüchtigung und Restaurierung der dort befindlichen Dienertreppe erfolgen.
Die Wandbespannungen, Parkettböden und technischen Anlagen sind altersbedingt in einem desolaten Zustand, der Brandschutz muss technisch angepasst werden.
Frau Zimmermann, Textilrestauratorin im Ostflügel: "Textilien haben viele Feinde. Das Tageslicht bedroht nicht nur mit seiner ultravioletten Strahlung die Substanz der Fasern und lässt Farben verblassen; Ruß von Kerzenlicht, Kaminen und Öfen zerreibt die Stoffe und macht sie unansehnlich. Auch Lebewesen tragen zum Verfall bei, seien es Fliegen, Motten, Hunde, Domestiken oder Fürsten. Sie hinterlassen Schmutz, Säuren und Fette und sensibilisieren die Fasern zusätzlich für photochemische Zersetzung. Das Öffnen und Schließen belastet und schädigt Portieren und Vorhänge samt ihren Raffhaltern. Wie auch Bespannungen, Tapisserien und Stickereien zerreißen sie allmählich unter ihrem eigenen Gewicht, Polsterungen unter dem ihrer Nutzer. Katastrophen wie Feuer und Löschwasser, Kriege mit Brandschatzungen, Plünderung und eindringende Feuchtigkeit durch Vernachlässigung sind dann das Ende." und fügt abschließend hinzu: "Das massive Mauerwerk überdauert, die fragilen Ausstattungen nur selten.".
Die historischen Raumfassungen sind vorrangig geprägt durch Papiermaché, Vergoldungen, textilen Wandbespannungen, historischen Papiertapeten, Spiegeln und Kaminen. Im Erdgeschoss sind die Wandflächen überwiegend mit einem Putz aus Kalk ausgeführt und teils floral bemalt und teils imitierend bemalt.
Das Schloss Ludwigslust hat einen besonders reichen Bestand an hochwertigen Marketerien und ist je nach Wertigkeit der Räume auch mit Tafelparkett und Dielenböden ausgestattet.
Im Bereich des Westflügels sind künftig Ausstellungsbereiche mit größtenteils historischen Raumfassungen vorgesehen.
Geplant ist die Restaurierung der Innenräume und Treppenhäuser des Westflügels einschließlich der Fenster unter Berücksichtigung notwendiger Brandschutzmaßnahmen und eventuell statisch erforderlicher Ertüchtigungsmaßnahmen sowie die Umsetzung haus- und sicherheitstechnischer Anforderungen in einzelnen Realisierungsabschnitten. Durch den Einbau des Aufzuges sind Erleichterungen in der Barrierefreiheit erreicht worden, die Belange der Rollstuhlfahrer werden weitestgehend bei der Restaurierung durch Anpassungen im Schwellenbereich der Türen berücksichtigt. Aufgabe ist es, die bisherige Planung zu prüfen und erforderlichenfalls fortzuschreiben und die Planungsunterlagen genehmigen zu lassen.
Mit der weiteren Restaurierung der Innenräume im Westflügel wird der entscheidende Abschluss zur Aufwertung des Schlossensembles und des Museums geschaffen. So wird das Schloss zu einem großartigen kulturellen Anziehungspunkt mit Ausstrahlungskraft weit über Mecklenburg-Vorpommern hinaus.

Planungsdaten Grundinstandsetzung Westflügel Schloss Ludwigslust

Bauherr Land Mecklenburg-Vorpommern, vertreten durch den
Betrieb für Bau und Liegenschaften M-V, Geschäftsbereich Schwerin
Planungskosten ca. 1,2 Mio. Euro
Planungsende Ende 2017 / Anfang 2018
Fläche ca. 1.900 m² Bruttogeschossfläche
Beauftragtes Planungsbüro ARGE Schloss Ludwigslust

Weitere Bauprojekte des SBL SBLV / Landesbau