17.09.2026 • Sanierung "Grünes Ungeheuer" in Rostock
In Rostock sanieren wir die ehemalige Gewerbeschule. Die immerhin "hundertjährige Dame" machen wir fit für die Zukunft als Universitätsgebäude. Aktuell starten die Bauarbeiten.
In der Hanse- und Universitätsstadt Rostock starten wir die Arbeiten für die Grundsanierung der ehemaligen Gewerbeschule in der Parkstraße 6. Das Land Mecklenburg-Vorpommern investiert mit Unterstützung der Europäischen Union (EFRE) in dieses Sanierung 28 Millionen Euro. Verantwortlich für das Bauprojekt ist das Staatliche Bau- und Liegenschaftsamt (SBL) Rostock. Das Grundstück ist bereits von einem Bauzaun umschlossen. In den nächsten Wochen rücken nun die Bauleute an.
Die nach Entwürfen des Rostocker Hochbauamts unter Leitung des Stadtbaudirektors Gustav Wilhelm Berringer (geb. 1880, gest. 1953) von 1924 bis 1926 errichtete ehemalige Gewerbeschule war seinerzeit deutschlandweit beachtet:
"Die nach den neuesten schultechnischen und hygienischen Grundsätzen ausgestaltete Schule dürfte in Ihrer Art wohl das modernste und zweckmäßigste Bauwerk auf dem Gebiet des Schulwesens darstellen." (Deutschlands Städtebau, Rostock 1927, Dari-Verlag Berlin)
Das Gebäude besticht nicht nur im Äußeren, sondern auch im Inneren durch wohlproportionierte Räume, seine expressionistische Formensprache und damit durch eine besondere architektonische Eigenart. Diese Qualität ist bis heute ablesbar und soll bei der Grundsanierung für die Universität Rostock wieder herausgearbeitet werden.
Das Gebäude wurde seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs durch die Universität Rostock genutzt. Für die geplante Nutzung als Lehr- und Bürogebäude mit den Empfangsräumen der Universität Rostock, dem Student Service Center, sind die Anforderungen des heutigen Hochschulalltags zu berücksichtigen. Dazu zählen die barrierefreie Erschließung, moderne Lernbedingungen, der Brandschutz sowie die Beleuchtung. Diese bringen wir mit den Belangen des Denkmalschutzes in Einklang.
Grünes Ungeheuer
Woher kommt dieser Kosename für das Gebäude? Dazu müssten wir uns die Frage stellen: Wie haben die Zeitgenossen Berringers das Bauwerk wahrgenommen? Es war neu, wuchtig, ungewohnt mit seiner expressiven Eingangshalle, dem grünen Terranova-Edelputz und der Farbigkeit der inneren Ausstattung. Diese Gestaltung entsprach gewiss nicht den Sehgewohnheiten der Zeit vor einhundert Jahren, es war unerhört, ja – ungeheuerlich!
Ein Grünes Ungeheuer.
Das Besondere ist die Struktur des Gebäudes, seine Ausstattung und seine Farbigkeit. Letztere ist bis heute teils unter neueren Schichten noch erhalten und ablesbar. So wird die "hundertjährige Dame" nach der Verjüngungskur neu erstrahlen.
Im Innern sind grundlegende Eingriffe vorgesehen. Sämtliche haustechnische Installationen sollen erneuert werden. Tiefgreifend ist die schrittweise Reparatur der Flächendrainage unter der Bodenplatte. Auch erfolgen umfangreiche Abbrüche von späteren Einbauten einschließlich der schadstoffhaltigen Estriche und der Einbau eines Aufzugs. Alle inneren Oberflächen werden entsprechend der restauratorischen Befunde aufgearbeitet oder denkmalgerecht erneuert. Äußerlich soll der grüne Terranovaputz mit schonenden Verfahren gereinigt, die originalen Kastenfenster und Eingangstüren aufgearbeitet und der Fassadenschmuck der Künstlerin Margarete Scheel restauriert werden. In die bestehende Dachfläche wird auf der Südseite eine Photovoltaikanlage integriert. Für Heizung und Warmwasser werden wir umweltfreundliche Fernwärme der Stadtwerke Rostock nutzen.
Auch die umgebende denkmalgeschützte Gartenanlage wird im Rahmen der Baumaßnahme erneuert und entsprechend den neuen Anforderungen ausgestattet. Unterirdisch werden sämtliche Versorgungsmedien neu angeschlossen und großvolumige Behälter zur Regenrückhaltung integriert. Oberirdisch werden neue Wege und Aufenthaltsflächen für die Nutzer sowie Parkplätze für die Mitarbeitenden sowie Stellplätze für Fahrräder errichtet. Das Grundstück wird - wie zur Zeit seiner Errichtung - mit einer gestaffelten Hecke umpflanzt.
Sanierung des Grünen Ungeheuers
Bauherr
Land Mecklenburg-Vorpommern, Staatliches Bau- und Liegenschaftsamt Rostock
Förderung der Forschungs- und Innovationskompetenzen an Hochschulen
Dieses Projekt wird im Rahmen des EFRE Programms 2021 bis 2027 des Landes Mecklenburg-Vorpommern aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung der Europäischen Union gefördert.
Dieses Projekt ist kofinanziert aus Mitteln des Landes Mecklenburg-Vorpommern und wird
mit Beteiligung des Finanzministeriums Mecklenburg-Vorpommern umgesetzt