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Die Kronleuchter sind herabgelassen. © 2026 SBL Schwerin

Goldener Saal

11.02.2026 | Fertigstellung

Goldener Saal

11.02.2026 | Fertigstellung

Schloss Ludwigslust - abschließende Maßnahmen im Goldenen Saal

11.02.2026 • Bauprojekte im SBL Schwerin
Das Staatliche Bau- und Liegenschaftsamt Schwerin (SBL) ist verantwortlich für die abschließende Baumaßnahme im Schloss Ludwigslust. Für ca. fünf Millionen Euro wurde der Goldene Saal bis Ende 2025 instandgesetzt und restauriert. Der Bund förderte diese Maßnahme mit 1,4 Millionen Euro.
Das denkmalgeschützte, spätbarocke Schloss Ludwigslust wurde in der Regierungszeit des Herzogs Friedrich zu Mecklenburg-Schwerin nach Plänen des Baumeisters Johann Joachim Busch 1772 bis 1776 als fürstliche Residenz von Mecklenburg-Schwerin errichtet. In den vergangenen Jahren wurde das Schloss in mehreren Realisierungsabschnitten für die museale Nutzung instandgesetzt und restauriert. Die Restaurierung des Goldenen Saales mit den abschließenden Maßnahmen erfolgte ab November 2022.

Bedeutung

Der Goldene Saal stellt das Herzstück des Schlosses Ludwigslust dar und befindet sich parkseitig im Mitteltrakt. Der Saal erstreckt sich vom ersten bis dritten Obergeschoss und weist bei einer Grundfläche von 14 mal 21 Metern eine Höhe von 12,5 Metern auf.
Gäste des Herzogs und Großherzogs Mecklenburg-Schwerin gelangten über die sandsteingrau und damit schlicht gefassten Räume Foyer, Treppenhaus und Gardesaal in den Goldenen Saal und wurden von der Prächtigkeit des Saals überwältigt. Die herausragende Bedeutung dieses in Weiß und Gold gefassten Festsaals zeigt sich durch den aufwendig gestalteten Marketerieboden, die raumhohen korinthischen Säulen, die umlaufende Galerie im zweiten Obergeschoss und aufwendige Dekorationen.
Bis auf wenige Veränderungen durch den Einbau von vier Öfen und Marmorplatten, neuen Fenstern und hölzernen Paneelen auf den Wandflächen der Galerie ist der um 1800 fertiggestellte Goldene Saal weitestgehend ursprünglich erhalten geblieben. Zum 50-jährigen Thronjubiläum von Friedrich Franz I. um 1835 erfolgte eine umfängliche Renovierung des Goldenen Saales, von der die Vergoldungen und Weißfassungen zeugen.

Baumaßnahmen

In einer früheren Fördermaßnahme erfolgte die Restaurierung des Marketeriebodens und die statische Ertüchtigung der Holzbalkendecke. Ebenfalls wurden die Kachelöfen innerhalb dieser Maßnahme restauriert.
Für die abschließenden Instandsetzungen und Restaurierungen im Goldenen Saal galt es, diese bereits restaurierten Bauteile zu schützen. Daher wurde das notwendige Raumgerüst zur Sanierung der Decke auf lastverteilenden Konstruktionen errichtet. Die fünf Kronleuchter mussten, bedingt durch ihre Größe, während der Baumaßnahmen im Goldenen Saal verbleiben und erhielten zum Schutz Leuchtergaragen.
Während die Maler, Stuckateure und Restauratoren mit den Restaurierungsarbeiten am Papierkaschee an der Decke begannen, ertüchtigten Zimmerer die Deckenbalken der Galerie und der Deckenkonstruktion über dem Architrav gemäß den statischen Anforderungen. Dabei wurden sämtliche Deckenbalkenköpfe durch Stahllaschen ersetzt und eine additive Stahlkonstruktion im dritten Obergeschoss eingebaut. In Abwägung statischer und denkmalpflegerischer Anforderungen wird die Galerie zukünftig nur zu Wartungszwecken zu betreten sein. Wertvoller historischer Bestand lässt sich grundsätzlich nur durch einen bedachten Umgang mit sensibler Bausubstanz sowie angemessenen Reparaturen erhalten.
Dies war auch der restauratorische Anspruch für sämtliche Oberflächen an Decken, Wänden und Säulen, welche gereinigt und restauriert wurden. Nur wenige Bereiche größerer Wasserschäden mussten vom Stuckateur völlig neu aufgebaut werden. Während die weißen Farbfassungen vollständig überarbeitet wurden, führten die Vergolder nur Ergänzungen mit Schlagmetall durch. Tischler setzten alle Fenster und Türen instand. Auch am Geländer der Galerie, Wandpaneelen und anderen Holzbauteilen waren Reparaturen und Ergänzungen tischlerseits erforderlich.
Der Goldene Saal ist reich mit Papierkaschee ausgestattet. Einzelne fehlende Teile konnten in der alten Handwerkstechnik rekonstruiert werden. Andere durch Wasser verformte Bauteile aus Papierkaschee wurden restauriert. Aus Holz und Papierkaschee sind auch die vier Vasen in den kleinen Konchen, die restauriert und vervollständigt wurden.
Weitere wertvolle Ausstattungsgegenstände wie Spiegel und Supraportenbilder wurden zu Beginn der Instandsetzungsarbeiten demontiert, in Werkstätten gereinigt, restauriert und erst am Ende der Baumaßnahme wieder aufgehangen.
Besonderes Augenmerk wurde auf die Restaurierung der fünf Kronleuchter des Goldenen Saals gelegt, deren Erneuerung der Seilwinden eine besondere Herausforderung darstellte. Es galt, eine Konstruktion zu entwickeln, die den aktuellen technischen Anforderungen entspricht und eine regelmäßige Wartung ermöglicht, aber auch eine textile Umwicklung sämtlicher saalsichtiger Abhängungen zulässt.
Nicht nur die fünf Kronleuchter wurden restauriert, neu elektrifiziert und nach neuestem Standard mit LED-Leuchtmitteln ausgestattet, sondern auch die Brüstungsleuchter auf der Galerie, die Spiegelleuchten und die Victorienleuchter in den vier Konchen. Diese lassen den Goldenen Saal in einem erhabenen Licht erstrahlen.
Wie durch ein um 1835 entstandenes Aquarell belegt werden konnte, waren die Fenster mit Vorhängen ausgestattet. Diese wurden entsprechend nachgefertigt. Zum Schutz des wertvollen Marketeriebodens wurde ein Teppich verlegt, dessen Innenfläche je nach Erfordernis der stattfindenden Veranstaltungen den Fußboden schützt oder zur Sichtbarmachung der aufwendigen Holzverzierungen herausgenommen werden kann.
Die Ertüchtigung der Haustechnik konnte unter Nutzung vorhandener technischer Bauteile und Leitungswege erfolgen, da diese bereits in früheren Baumaßnahmen installiert waren. Lediglich die Installationen der Elektro- und Fernmeldetechnik auf der Galerie wurden größtenteils erneuert. Außerdem musste das abgängige Rauchansaugsystem oberhalb der Decke ausgetauscht werden.
Durch das sehr gute Zusammenwirken und Engagement aller Beteiligten konnte diese bedeutende Baumaßnahme mit diesem hohen denkmalpflegerischen und restauratorischen Anspruch umgesetzt werden.
Die Instandsetzung und Restaurierung des Goldenen Saals wurde durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien gefördert. Die Projektförderung wurde in Höhe von 1,4 Millionen Euro bewilligt.

Eckdaten Goldener Saal Schloss Ludwigslust

Bauherr Land Mecklenburg-Vorpommern, vertreten durch das SBL Schwerin
Baubeginn 2022
Bauende 2025
Baukosten 5,2 Mio. Euro
Förderung 1,4 Mio. Euro
Fläche 377,50 m² Bruttogrundfläche
Architekt mkk architekten Partner GmbB
Restauratoren
Stand Februar 2026

Standort Schloss Ludwigslust

19288 Ludwigslust, Schloßfreiheit 4

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