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Staatliche Bau- und Liegenschaftsverwaltung in Mecklenburg-Vorpommern © 2020 SBL Schwerin

Finanzausschuss des Landes auf Informationstour

08.09.2020 | Schloss Ludwigsburg
Am Montag, den 7. September 2020 fand im Rahmen der 90. Sitzung des Finanzausschusses Mecklenburg-Vorpommern ein Informationsbesuch von Schloss Ludwigsburg statt. Dem Finanzausschuss, einem von mehreren Fachausschüssen im Landtag M-V, obliegt als vorrangige Aufgabe die Kontrolle der Ausgabenpolitik sowie Beratung des Landeshaushaltes.
Neben den Mitgliedern des Finanzausschusses und weiteren Vertretern des Landtages Mecklenburg-Vorpommern war auch der Staatssekretär im Finanzministerium M-V Heiko Miraß anwesend, um sich über den Stand der geplanten Bau- und Sanierungsmaßnahmen zu informieren. Stefan Wenzl, Leiter der Abteilung Staatshochbau, Liegenschaften, Staatliche Schlösser, Gärten und Kunstsammlungen des Finanzministeriums, erläuterte gemeinsam mit Vertretern des für die Baumaßnahme verantwortlichen Staatlichen Bau- und Liegenschaftsamtes Greifswald sowie des Fördervereins Schloss Ludwigsburg die bereits erfolgten und in Zukunft anstehenden Arbeiten.
Im Anschluss an die umfangreiche und interessante Informationsrunde konnten sich alle Anwesenden bei einer geführten Besichtigung des Schlosses selbst ein Bild vom Zustand des Gebäudes, von bereits durchgeführten baulichen Maßnahmen zur Sicherung aber auch vom Charme sowie der wertvollen historischen Substanz machen. Gunnar Peters, Mitarbeiter im Förderverein Schloss Ludwigsburg, gab neben baulichen Erläuterungen vor allem einen Überblick über die Historie des Schlosses.
Bisher wurden umfangreiche erforderliche Vorplanerische Bestandsuntersuchungen durchgeführt und abgeschlossen, wie z. B.:
  • Baugrundgutachten,
  • Rissmonitoring,
  • archäologische Begleitung bei Schürfungen, Sondierungen und Balkenkopffreilegungen,
  • Bestandsstatik,
  • Holzschutzgutachten,
  • Schadstoffuntersuchungen,
  • Bauteiluntersuchungen/ -analyse,
  • Altlastenuntersuchungen,
  • verformungsgerechtes Aufmaß und 
  • bauhistorisches Gutachten.
Die Ergebnisse dieser Untersuchungen bilden die Grundlage für die nun anstehenden detaillierten Planungen und baulichen Maßnahmen.
Im Zuge des ersten Bauabschnittes sollen als nächstes die erforderlichen Maßnahmen zum Substanzerhalt geplant und durchgeführt werden. Dazu gehören beispielsweise:
  • Herrichten der Außenhülle des Schlosses und Speichergebäudes (Witterungsschutz),
  • Putz im Erdgeschoss entfernen, Befunde sichern, Spritzbewurf herstellen,
  • Sicherung der Entwässerungsleitungen und Anschluss der Gebäude an die Entwässerung sowie
  • Schadstoffsanierung im Schloss und Nebengebäude (Speicher).
Die Planung und Erarbeitung der Entwurfsunterlage-Bau soll im Oktober starten und bis März 2021 fertiggestellt sein. Wenn alles reibungslos läuft, ist bei einem Baubeginn ab März 2022 mit der Fertigstellung des ersten Bauabschnittes im Februar 2023 zu rechnen.
Seit Anfang 2020 erfolgten im Rahmen des Bauunterhalts bereits Sicherungsmaßnahmen, die dem weiteren Verfall des Gebäudes entgegen wirken. Stützgerüste zur statischen Sicherung wurden sowohl im Schloss als auch im Speichergebäude errichtet, die Dachentwässerung des Speichergebäudes wurde hergestellt und historische Farbbefunde einer Initiativmalerei an der Außenwand wurden gesichert, um hier nur einige Maßnahmen zu nennen.
Die grob geschätzten Gesamtbaukosten inklusive Ausstellungskonzept liegen derzeit bei ca. 40 Millionen Euro. In Abhängigkeit der Vorlage eines finalisierten Nutzungskonzeptes hat der Bund seine finanzielle Unterstützung in Höhe von 20 Millionen Euro zugesagt.