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Ansicht des Museums © 2025 SBL Schwerin

Museumsgebäude rundum saniert

13.11.2025 | Fertigstellung

Museumsgebäude rundum saniert

13.11.2025 | Fertigstellung

Rundum saniert - Die Restaurierung der Fassaden des Staatlichen Museum Schwerin

13.11.2025 • Bauprojekte im SBL Schwerin
Mit umfangreichen Maßnahmen ist ein historisches Gebäude des UNESCO-Welterbes in Schwerin behutsam saniert worden. Der Museumsbau steht am Alten Garten zwischen Schloss und Theater und gehört zum Residenzensemble. Das Staatliche Museum Schwerin (SMS) eröffnete Ende Oktober 2025 seine Pforten. Verantwortlich für das Bauprojekt war das Staatliche Bau- und Liegenschaftsamt (SBL) Schwerin.
Die mehrjährige Schließzeit des SMS wurde neben der Innensanierung auch zur Vollendung der Fassadensanierung genutzt. Mit dem zweiten Bauabschnitt wurden 2020 nur die Fassade des Innenhofs sowie die Außenanlagen zwischen der Weißen Villa und dem Erweiterungsbau fertiggestellt, so dass im vierten Bauabschnitt die Fassadensanierung um das gesamte Gebäude nachgeholt werden konnte - von der Werderstraße über den Alten Garten zum Ekhofplatz und zurück auf den Innenhof.
Ca. 3.500 m² Fassadenfläche, die Mitte der 1990er Jahre mit neuen Putzen rekonstruiert wurden, wurden mit aufwändigen Reinigungs- und Laserverfahren saniert und strahlten pünktlich zur Wiedereröffnung des Museums am 30. Oktober 2025 im vollen Glanz.
Wesentlich geprägt sind die historischen Fassaden von verschiedenen hochwertigen Materialien, u. a. ocker- bzw. ziegelrot eingefärbten Putz. Neben feinen und glatten Putzoberflächen stehen u. a. Kassettenfelder mit sehr grobem Spritzbewurf. Die Putzflächen sind durch Gesimse aus gelblicher Terrakotta und reich gestalteten Bauteilen, wie Akroterien, Medaillons, Pilasterkapitelle und Ornamentfriese gegliedert. Durch die differenzierte Formsprache sowie die Qualität des Materials selbst entsteht insgesamt ein Erscheinungsbild, das die Ansprüche eines Kunstmuseums würdig repräsentiert.
Alle Terrakotten wurden im Heißdampfverfahren gereinigt und mittels eines Laserverfahrens wurden verkrustete Beläge substanzschonend entfernt. Hartnäckigen Farbkrusten wurden mit einem Skalpell in aufwändiger Handarbeit entfernt. Fehlende kleine Terrakottateile wurden abgeformt, hergestellt und eingebaut mit Gießmineros, einem entmischungsstabilen Restauriermörtel. Fehlende große Terrakottabauteile, wie Palmetten und Eckakroterien, wurden von einer Ziegelei nachgeformt, getrocknet sowie gebrannt, und auf den Dächern und den Balkonen in eine Schiene versetzt. Die Risssanierung erfolgte durch Vernadelungen.
Die gut erhaltenen Fensterelemente wurden auf Schadstellen untersucht und repariert. Abschließend erhielten sie einen neuen äußeren Wartungsanstrich. Teilweise wurden neue Sohlbankverkleidungen in Titanzinkblech ausgeführt.
Auch die große Freitreppenanlage aus Naturstein wurde mittels aufwändiger Reinigungs- und Entrostungsverfahren saniert. Beschädigte Stellen der Granitstufen wurden durch Vierungen ergänzt und abschließend vollflächig mit einem Entrostungsverfahren behandelt. Die immer wieder auftretende Verfärbung der Stufen ist auf eine natürliche Eisenoxidation im Inneren des Steins zurückzuführen, die je nach Witterung stärker wahrnehmbar ist.
Eine besondere Bedeutung in der Sanierung erhielt der Portikus. Die stark verwitterten ionischen Säulen wurden mittels Laserverfahren wieder auf ihre helle Sandsteinfarbe zurückgeführt. Weiterhin wurden die schadhaften Sandsteinbrüstungen mit passenden Vierungen ergänzt. Auch die Unterseite des Portikus, die Hallendecke, mit ihrer Kassettendecke aus farbigen Blechelementen mit vergoldeten Sternen, wurde in diesem Zusammenhang restauriert und erscheint nun wieder in kräftigen und kontrastreichen Farben.
Im krönenden Tympanon stellte man "Die Liebesgeschichte von Eros (Amor) und Psyche" wieder her - ein bedeutendes Thema der antiken Mythologie. Bei der Figurengruppe aus Terrakotta wurden verlorengegangene Teile in verschiedenen Techniken wieder hergestellt, wie z. B. drei Zepter, Amors Bogen, Hände und Krallen.

Planungsdaten - Restaurierung restliche Fassade Staatliches Museum Schwerin

Baubeginn 04/2024
Bauende 10/2025
Gesamtbaukosten 5,5 Mio. Euro
davon Baukosten 4,9 Mio. Euro
Fläche ca. 3.500 m² Fassadenfläche
Planungsbüros
Gebäude/Fassade Heidelmann und Klingebiel Planungsgesellschaft mbH, Dresden
Restaurator
Stand November 2025

Standort Staatliches Museum Schwerin

19055 Schwerin, Alter Garten 3

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