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Ansicht Altbau + Neubau © 2024 Warnkross.Kartheus.Architekten.PartGmbB Stralsund

Erweiterung Hochschulbibliothek

04.05.2026 | Fertigstellung

Erweiterung Hochschulbibliothek

04.05.2026 | Fertigstellung

Hochschule Stralsund (HOST), Bibliothek Haus 2, Gebäudeanbau zur Schaffung moderner Besucherarbeitsplätze

04.05.2026 • Hochschulbau
Das Staatliche Bau- und Liegenschaftsamt (SBL) Greifswald errichtete von November 2023 bis April 2026 auf dem Campus der HOST einen Erweiterungsbau für die Bibliothek der Hochschule. Nach Fertigstellung konnte der Neubau zusammen mit dem sanierten Bestandsgebäude am 28. April 2026 an den Nutzer übergeben werden. Die Feierliche Eröffnung ist für den 1. Juni geplant.

Historie – Standort – örtliches Umfeld

Der Campus liegt im Norden Stralsunds und gehörte von 1960 bis 1990 zur Offiziershochschule der Volksmarine und danach bis 1991 zur Marineschule Stralsund. Mit der Gründung der Hochschule Stralsund im September 1991 ging der gesamte Gebäudebestand in deren Nutzung über, wurde in großen Teilen saniert und durch moderne Lehr- und Forschungsgebäude erweitert.
Das Gebäude der heutigen Hochschulbibliothek - Haus 2 - war 1935/1936 usprünglich als Kasernengebäude errichtet worden. Nach Kriegsende wurde es dann zunächst als Wohngebäude genutzt. Von 1953 bis 1989 betrieb die NVA hier eine gastronomische Einrichtung. Mit der Gründung der Fachhochschule Stralsund wurde der Umbau von Haus 2 zur Bibliothek beschlossen und beantragt. Nach einer Bauzeit von 16 Monaten konnte die Bibliothek im Dezember 1996 fertiggestellt werden.
Das Terrain des entstandenen Erweiterungsbaus grenzt im Westen direkt an das Bestandsgebäude der Bibliothek (Haus 2) und wird im Osten vom Küstenwaldstreifen sowie dem Strelasund begrenzt. Der Neubau wird im Norden durch die vorhandenen Straßen erschlossen. Im Zuge der Baumaßnahme wurde das Gelände umfänglich moduliert und an die neuen Höhen angepasst.

Entwurfskonzept – gestalterische und konstruktive Besonderheiten

Für den Umbau und die Erweiterung des Bibliotheksgebäudes an der Hochschule Stralsund sah der Entwurf eine erkennbare Ergänzung vor, ohne die Wirkung des homogenen Gesamtensembles aus den 1930er Jahren zu beeinträchtigen. Der neue quaderförmige Baukörper bindet außerhalb des Hofensembles mittels einer Fuge östlich an das bestehende Bibliotheksgebäude an. Durch die Ausnutzung des vorhandenen Geländesprungs ordnet er sich in Bezug auf die Höhe unter und agiert somit im Maßstab des Quartiers.
Parallel zur Errichtung des Neubaus wurde das Bestandsgebäude saniert, sodass ein architektonisch ansprechendes Gesamtbild eines modernen Lern- und Arbeitsortes sowohl innen als auch außen entstanden ist. Im Neubau wurden z. B.  Aluminiumfenster eingebaut, das Bestandsgebäude erhielt neue Holzfenster. Die neu errichtete Pfosten-Riegel-Fassade des Verbindungsbaus in einem schlichten Grauton nimmt sich als Fuge zwischen dem Bestands- und dem Erweiterungsbau optisch zurück.
Das Flachdach des Erweiterungsbaus wurde als Umkehrdach ausgeführt. Im Sinne des sensiblen Bauens wurde das Gesims-Band des bestehenden Bibliotheksgebäudes auch im neuen Baukörper aufgenommen und bildet den Abschluss der Flachdach-Attika. Farbgebung und Beschaffenheit der neuen Ziegelfassade nähern sich weitgehend an die des Altbaus an und nehmen so die Sprache des Bestandes auf.

Entwurfskonzept – funktionelle Nutzung – moderne Arbeitsformen

Die Gestaltung des Innenraumes formiert sich anhand des gewünschten Raumprogrammes, das als öffentliche Lese-, Lern- und Kommunikationslandschaft erfahrbar werden soll. Sowohl große Freihandbereiche, Kommunikationsbereiche und offene Cubes als auch abgeschlossene Einzel- und Gruppenarbeitsplätze erweitern und ergänzen die bestehende Struktur und ermöglichen eine ausgewogene Mischung aus Konzentration und Austausch. Die Erscheinung des Interieurs mit viel Holz, zurückhaltend und zeitlos - in den Nuancen eines 'Küstenwaldes' - verbindet die Innenräume von Alt- und Neubau der Bibliothek miteinander.
Das Lichtkonzept für Bibliotheksräume wurde mit schlichten weißen Linienleuchten umgesetzt. Die gesamten Räumlichkeiten erscheinen sowohl im Neubau als auch im umgebauten und sanierten Bestandsgebäude sehr hell und freundlich. Der Innenausbau mit den hellen Holzverkleidungen an den Wänden und grünem Lineoleum auf dem Boden runden das Gesamtbild ab.
Jeweils ein Technikraum wurde in den Geschossen des Neubaus vorgesehen, auf dem Flachdach befinden sich weiterhin Technikflächen für Kältemaschine und Pufferspeicher.

Nachhaltigkeit - Energieeffizienz

Mit dem Neubau sind jetzt moderne Arbeitsplätze für die Benutzer entstanden. Es ist ein sehr energieeffizientes Gebäude entstanden, das die Anforderungen an den Standard Effizienzgebäude 40 erfüllt. Der Jahres-Primärenergiebedarf beträgt nur ein Drittel des Primärenergiebedarfes eines fiktiven Referenzgebäudes nach Gebäudeenergiegesetz (GEG).
Mit der Ausführungs-Planung 2023 war ein Anschluss an das Fernwärmeversorgungsnetz möglich, da die Liegenschaft der HOST als neues Versorgungsgebiet durch die Stadtwerke Stralsund erschlossen wurde. Dadurch kann die Wärmeversorgung über Fernwärme erfolgen. Diese weist einen sehr günstigen Primärenergiefaktor auf und erfüllt die Anforderungen des GEG. Der Neubau wird durch eine Heiz- und Kühldecke in Kombination mit einer Akustikdecke temperiert. Diese sorgt zugleich für eine gute Raumakustik. Die Anforderungen an den sommerlichen Wärmeschutz werden durch Dreifachverglasung der Fenster in Kombination mit außenliegenden, elektrisch gesteuerten Zip-Screens erfüllt.
Derzeit entwickelt die HOST ein Gesamtkonzept zur Nutzung von Photovoltaik-Anlagen (PV) auf dem Campus. Aus diesem Grund wurde die Dachfläche des Erweiterungsbaus bereits für die Errichtung einer PV-Anlage mit einer potentiellen Leistung von 20,8 kWp und einem Jahresertrag von ca. 19.000 kWh vorbereitet. Nach GEG können damit jährliche 10,6 Tonnen CO2 eingespart werden.

Weitere laufende bzw. geplante Baumaßnahmen auf der Liegenschaft

Parallel zur Errichtung der Erweiterung wurden erforderliche Maßnahmen zur Anpassung am Haus 2 durchgeführt. Während dieser Arbeiten waren die Nutzer an anderer Stelle untergebracht. Mit dem Freizug des Bestandsgebäudes bestand die Möglichkeit, notwendige Maßnahmen zur Sanierung und Instandsetzung durchzuführen und gleichzeitig ein einheitliches Erscheinungsbild von Bibliotheksgebäude und Erweiterungsbau herzustellen. Baubegleitend im Rahmen des Bauunterhalts wurden beispielsweise die Holzfenster und Innentüren ausgetauscht, Malerarbeiten und Arbeiten am Fußboden durchgeführt sowie die Beleuchtung erneuert.
Weitere geplante Baumaßnahmen auf dem Campus sind die Fassaden-/Fenster- und Dachsanierung für die Häuser 19 und 21, die Sanierung des Gästehauses Haus 17 sowie die Sanierung des Studentenclubs Haus 8.

Die wichtigsten Eckdaten - Erweiterungsbau Bibliothek HOST

11/2012 Planungsauftrag zur Erstellung der Entwurfsunterlage (EW-Bau)
12/2015 Vorlage der EW-Bau
01/2016 Genehmigung EW-Bau
02/2017 Beginn AFU-Planung
04/2018 Planungsstopp
03/2023 Neubeauftragung AFU-Planung Büro Warnkross.Kartheus.Architekten.PartGmbB
11/2023 Baubeginn
06.09.2024 Richtfest
04/2026 Bauende / Fertigstellung und Übergabe an den Nutzer
01.06.2026
Stand: 04. Mai 2026

Planungsdaten - Erweiterungsbau Bibliothek HOST

Bauherr Land Mecklenburg-Vorpommern, vertreten durch das Staatliche Bau- und Liegenschaftsamt Greifswald
Gesamtkosten ca. 5,3 Millionen Euro
Brutto-Grundfläche 709 m²
Nutzungsfläche 589 m²
Brutto-Rauminhalt BRI 2.783 m³
Planung Gebäude - Architekt Warnkross.Kartheus.Architekten.PartGmbB, Stralsund
Planung Technische Ausrüstung Ingenieurbüro für Technische Gebäudeausrüstung Thomas Engelbrecht, Stralsund
Tragwerksplanung Ingenieurbüro Grieser, Greifswald
Planung Außenanlagen Ingenieurbüro IBK MV GmbH, Stralsund
Vermessung MAB Vermessung Vorpommern, Greifswald
Anteil beauftragter Firmen aus Mecklenburg-Vorpommern
Stand: 04. Mail 2026

Standort Hochschulbibliothek

18437 Stralsund, Zur Schwedenschanze 15, Haus 2

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