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Einbau der medizinischen Großgeräte geschafft

09.12.2021 • MRT schweben per Kran in den Neubau für Zentrale Medizinische Funktionen (ZMF)
Modernste Medizintechnik für die Unimedizin Rostock auf dem Campus Schillingallee installiert.
Das Ende der Bauarbeiten am ZMF, dem derzeit größten Neubauprojekt des Landes, wird mit dem Einbau der medizinischen Großgeräte immer sichtbarer.
Das Staatliche Bau- und Liegenschaftsamt Rostock (SBL) plant und führt das Großvorhaben aus. „Alles, was fest mit dem Gebäude verbaut wird, liegt in unserer Zuständigkeit“, so Carmen-Alina Botezatu, die Leiterin des SBL Rostock. Zu den letzten bedeutsamen Meilensteinen gehört auch die Beschaffung und der Einbau der medizinischen Großgeräte, mit denen die Universitätsmedizin Rostock in unserem Land künftig Spitzenmedizin betreiben wird.
„Es gehört nicht zum spezifischen Leistungsbild des SBL Rostock, jedoch ist es uns in diesem Projekt gelungen, diese Herausforderung zu meistern. Trotz der Witterung und der Corona-Situation hat der millimetergenaue Einbau der drei Ma­g­net­re­so­nanz­to­mo­graph (MRT) mit einem Gesamtgewicht von knapp 30 Tonnen (s. Beiblatt) reibungslos funktioniert. Die Planungen für dieses aufwändige Verfahren begannen bereits vor zwei Jahren. Baulich bestand die Herausforderung in der Koordinierung aller beteiligten Firmen - zum gleichen Zeitpunkt vor Ort. Das in dieser Woche alles so gut funktioniert hat, freut mein Team, die beauftragten Planer und bauausführenden Firmen und mich sehr!“ ergänzt Carmen-Alina Botezatu vom SBL Rostock.
An einem Schwerlastkran hängend „flogen“ die drei MRT nacheinander über das Dach des ZMF ein. Die tonnenschweren Bildgebungsgeräte wurden über einen Lichthof in das ZMF eingelassen und im Kellergeschoss abgesetzt. Anschließend zog eine Mannschaft, bestehend aus einem Dutzend Kollegen die Geräte an den dafür vorgesehenen Platz. Waagerecht und auf den Punkt genau, auf dem speziell dafür vorbereiteten Fundament. Nur so werden die MRT künftig fehlerfrei arbeiten und wichtige Bilder für medizinische Diagnosen liefern. Im Untergeschoss des ZMF zieht bald eine komplett neue Hochleistungsradiologie ein. Prof. Dr. Marc-André Weber, Direktor des Instituts für Diagnostische und Interventionelle Radiologie, Kinder- und Neuroradiologie, betont: „Unsere technische Ausstattung wird in ganz Norddeutschland einmalig sein. Damit heben wir Diagnostik und Therapie an der Unimedizin auf ein ganz neues Niveau“.

Zeitraffer - so wurde der zweite 11 Tonnen schwere MRT an seinen Platz gezogen

Einbau der medizinischen Geräte geschafft Sehr bewegend. Der zweite MRT wird an seinen Platz gezogen. © 2021 Christian Hoffmann, FM M-V
Bei den drei neuen MRT handelt es sich um zwei 3-Tesla-Geräte bzw. um ein 1,5-Tesla-Gerät mit modernster Technologie, die sowohl für Patienten als auch für Ärzte Vorteile bietet. Die Untersuchungsröhren haben jeweils einen Durchmesser von 70 cm, was besonders für Adipositas- oder Angst-Patienten wichtig ist. Die Bildgebung ist hochauflösend und rauschfrei und die Planung der Untersuchung wird durch künstliche Intelligenz unterstützt, sodass die Diagnosesicherheit erhöht ist.
Das Land investiert in das Bauvorhaben 185,4 Millionen Euro. Auf knapp 25.000 m² Nutzfläche entstehen moderne Flächen für die medizinische Versorgung von Patienten – vom Hubschrauberlandeplatz bis in die Notaufnahme und bei Bedarf in die Bereiche der bildgebenden Diagnostik liegt künftig ein kurzer Weg.

Hintergrundinformationen zum Einbau der MRT-Geräte

Ort Neubau Zentrum für Medizinische Funktionen (ZMF) der Universitätsmedizin Rostock, Schillingallee 35
Bauherr Land Mecklenburg-Vorpommern, Finanzministerium, vertreten durch das Staatliches Bau- und Liegenschaftsamt Rostock (SBL Rostock)
Einbau MRT Im Untergeschoss, künftige Nutzung durch das Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie, Kinder- und Neuroradiologie, Institutsdirektor: Prof. Dr. Marc-André Weber
Technische Eckdaten Einbau von 3 MRT Geräten mit modernster Technologie: 2 x 3-Tesla Highend-Geräte, 1 x 1,5-Tesla Highend-Gerät
3-Tesla MRT Signa Premier Ultra Highend 3 Tesla MRT, Typ “Signa Premier” mit 70 cm Tunneldurchmesser (für adipöse und Angst-Patienten ein großer Vorteil)
Gewicht: rund 7,5 Tonnen (nur der Magnet), Gesamtsystem liegt inkl. Technik bei rund 11 Tonnen
Es sind die derzeit leistungsstärksten, am Markt verfügbaren 3T-MRT-Systeme.
Neue Spulentechnologie „AIR Coil“: Die Spule ist die Antenne für die Signale aus dem Körper und muss sehr nahe an der zu untersuchenden Anatomie liegen. Mit den üblichen sogenannten starren Spulen ist das nicht immer möglich, wodurch es zu Signalverlusten kommt. Die seit kurzem verfügbaren „AIR Coils“ von GE Healthcare sind dünn und hochflexibel und legen sich optimal an den Körper an. Möglich macht das ein von GE Healthcare entwickeltes und patentiertes Material der Spulen.
Automatisierte Untersuchungsplanung: Neue Technologien, unterstützt durch künstliche Intelligenz, helfen dem Anwender am Gerät bei der Planung der Untersuchung. Es entfallen viele durchzuführende Schritte (Position, Größe, Richtung), da die künstliche Intelligenz diese Planung übernimmt. Dadurch sind die Untersuchungsergebnisse unabhängig vom Anwender und Patienten immer exakt reproduzierbar und tragen zu einer erhöhten Diagnosesicherheit bei.
Entfernt Bildrauschen: Ein Algorithmus, welcher durch ein Deep-Learning Netzwerk entwickelt wurde, erkennt das Rauschen im Bild und entfernt es fast vollständig, ohne den eigentlichen Bildinhalt zu verändern.
Durch die Kombination modernster Spulentechnologie (AirCoil) und teilautomatisierter Untersuchungsplanung (AIRx) mit dem Einsatz von künstlicher Intelligenz (AIR Recon-DL) verkürzen sich radiologische Untersuchungen um ca. 60 Prozent. Trotzdem bekommt der Radiologe im Vergleich zu etablierten Systemen ein Höchstmaß an Diagnostiksicherheit.
1,5-Tesla MRT Signa Artist Highend 1,5 Tesla MRT, Typ “Signa Artist” mit 70 cm Tunneldurchmesser
Gewicht: rund 5 Tonnen (nur der Magnet), Gesamtsystem liegt inkl. Technik bei rund 7,5 Tonnen
Ansonsten beinhaltet auch dieses System alle o. g. Technologien und Vorteile.
Besonderheiten Wechseltischkonzept: Ermöglicht mehr Untersuchungen. Während ein Patient im MRT untersucht wird, kann der nächste Patient bereits auf dem im Wartebereich befindlichen MRT-Systemtisch 2 vorbereitet werden. Zeitersparnis ca. 10 bis 15 Minuten pro Patient.
In einer Forschungskooperation zwischen der UMR und GE Healthcare wird die neue Spulentechnologie bei Prostata-Patienten untersucht.
Die MRT-Systeme werden kontinuierlich auf dem aktuellsten Stand der Entwicklung gehalten, so dass eine Nutzung von mehr als 20 Jahren möglich ist.
Stand: 12. Dezember 2021

Campus Schillingallee, Neubau Zentrale Medizinische Funktionen (ZMF)

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