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Der Mensch steht im Mittelpunkt

14.07.2022 • Wettbewerb für Kunst am Neubau der Polizei in Stralsund entschieden
Am 29. Juni 2022 fiel die Entscheidung zur künstlerischen Gestaltung im Außenbereich des Stralsunder Polizeineubaus. Der Wettbewerbsbeitrag DER MENSCH STEHT IM MITTELPUNKT von Rainer Fest konnte die Jury überzeugen und soll nun so schnell wie möglich zur Ausführung kommen und bis Dezember 2022 zusammen mit dem Neubau fertiggestellt werden.
Für den landesweit ausgelobten nichtoffenen anonymen Realisierungswettbewerb mit vorgeschaltetem Ideenwettbewerb (erste Wettbewerbsstufe) waren im April 2022 insgesamt acht Kunstschaffende mit Wohn- und/oder Arbeitsort in Mecklenburg-Vorpommern für die Teilnahme an der zweiten Wettbewerbsstufe ausgewählt worden. Auslober dieses Kunstwettbewerbes war das Staatliche Bau- und Liegenschaftsamt (SBL) Greifswald, welches das Land Mecklenburg-Vorpommern hier vertritt.
Ziel des Wettbewerbs war es, künstlerische Ideen für die Gestaltung im öffentlich wahrnehmbaren Außenbereich des Polizeineubaus zu entwickeln. Dabei waren durch den Auslober, auf vorherige Empfehlung eines Sachverständigenausschusses, vier geeignete Flächen bzw. Bereiche für die Kunst am Bau als besonders geeignet vorgegeben worden, welche sich sowohl auf Freiflächen als auch auf Fassaden- und Dachbereiche des Neubaus erstreckten. Neben der gestalterischen Umsetzung und räumlichen Qualität waren Kriterien der Beurteilung insbesondere der Bezug zur Nutzung aber auch die Einhaltung vorgegebener Bedingungen, wie Sicherheit und Tabu-Zonen.
Das Preisgericht unter Vorsitz von Robert Günther, bildender Künstler und Mitglied des Künstlerbundes Mecklenburg-Vorpommern, tagte am 29. Juni 2022 und empfahl mehrstimmig die Arbeit des Künstlers Rainer Fest aus Rothenklempenow, unter Beachtung einiger Empfehlungen sowie Auflagen zur Realisierung.
Das Werk gliedert sich in vier wesentliche Teile bzw. Bereiche, in denen mit Begriffen, Grundsätzen und dem Kernsatz DER MENSCH STEHT IM MITTELPUNKT auf die Gesellschaft und das Wirken der Polizei Bezug genommen wird:
  • zwanzig eingelassenen Granitsteine mit Begriffen in der Pflaster- bzw. Rasenfläche vor dem Eingang, davon acht dunkle negative Begriffsteine mit Edelstahlschrift aus der gesellschaftlichen Wirklichkeit (z.B. ANGST, GEWALT, BETRUG ...) und zwölf helle positive Begriffsteine mit Bronzeschrift zur Polizeiarbeit (z.B. AUFKLÄRUNG, HILFE, RECHT ...)
  • Begriffe, die das polizeiliche Wirken beschreiben (z. B. TEAMGEIST, MUT ...) als Folienschrift auf der großflächigen Verglasung am Eingangsbereich
  • Bronzetafel auf der Außenwand im Eingangsbereich mit polizeilichen Grundsätzen
  • Bronzetafel im Boden eingelassen im Eingangsbereich innen mit dem Kernsatz DER MENSCH STEHT IM MITTELPUNKT
Die Begriffe sind als Vorschlag des Künstlers zu sehen und sollen im Zuge der Realisierung gemeinsam mit den Mitarbeitenden der Polizei genau ausgewählt werden.
Das Preisgericht würdigte insbesondere den erkennbaren und nachvollziehbaren konzeptionellen Ansatz, die Polizeiarbeit unter dem Fokus "DER MENSCH STEHT IM MITTELPUNKT" zu betrachten. Die künstlerische Idee des Wortspiels - das Spiel mit Begriffen, Grundsätzen ... wird positiv bewertet. Durch die vorgesehene Interaktivität - Beteiligung/Einbeziehung der Mitarbeiter/-innen im weiteren Planungs- und Realisierungsprozess bei der Auswahl der Begriffe - wird der Bezug zur Nutzung, insbesondere die potentiell hohe Akzeptanz seitens der hier wirkenden Menschen, noch verstärkt. Die einzelnen Bestandteile der künstlerischen Gesamtkomposition nehmen sich zurück und integrieren sich gut in den Gesamtkomplex des Neubaus. Sie wirken interaktiv, inspirativ und kommunikativ auf den Betrachter. Sie erzeugen Neugier und Spannung, wecken Interesse auf evtl. noch zu entdeckende Teile/Begriffe, egal ob beim gezielten Besuch der Polizei oder beim zufälligen vorbei spazieren am Gebäude ...
Unmittelbar nach der Juryentscheidung konnten alle acht detailliert ausgearbeiteten Wettbewerbsentwürfe im Rahmen einer kleinen einwöchigen Ausstellung im SBL Greifswald besichtigt werden. Diese fand insbesondere bei den hier tätigen Mitarbeitenden großes Interesse und Zuspruch. Neben dem Siegerentwurf wurden die sieben weiteren eingereichten Wettbewerbsbeiträge folgender Teilnehmer ausgestellt:
  • ICH = WIR / FINGERABDRUCK - Miro Zahra, Plüschow
  • DIE FARBEN - Udo Rathke, Plüschow
  • GESTEN - Udo Dettmann, Lübstorf
  • 110 - Jan Witte-Kropius, Neu Karin
  • SOLIS - Susanne Gabler, Wismar
  • AUF STREIFE(N) GEHEN - Martin Feistauer, Langendorf
  • DER TRAUM DES LIEGENDEN - Werner Mönch, Ludwigslust

Standort Ersatzneubau PHR und KK Stralsund

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