Hochschule Wismar, Neubau einer Bibliothek
08.03.2007 • Hochschule WIsmar bekommt Bibliotheksneubau
Der Hochschulcampus ist hervorgegangen aus ehemaligen Kasernenbauten der Jahre 1935/36 sowie aus Gebäuden der 1960er und 1970er Jahre und hat eine strenge orthogonale städtebauliche Gliederung. Jetzt ist der Campus um den Neubau einer Bibliothek erweitert worden. Verantwortlich war der Geschäftsbereich Schwerin des landeseigenen Betriebs für Bau und Liegenschaften Mecklenburg-Vorpommern (BBL M-V).
Der Bibliotheksneubau liegt zentral im Hochschulgelände und stellt einen Anbau an das vorhandene Bibliotheksgebäude dar.
Der Altbau - 1935 als Verwaltungs- und Küchengebäude der ehemaligen Kasernenanlage errichtet - beherbergt Büroräume für die Bibliotheksmitarbeiter, die notwendigen Nebenräume und einen Personenaufzug. Es ist ein Putzbau, der farblich dem Neubau angepasst ist, damit der Komplex Bibliothek sich als Einheit darstellt.
Der Neubau mit den Funktionen Lesesaal, Freihandbibliothek, Magazin ist ein zweigeschossiger Stahlskelettbau mit nach Süden und Osten ausgerichteten Glasfassaden mit vorgesetzten festen Sonnenschutzlamellen, deren Dimensionen auf den Sonnenstand ausgerichtet sind.
Die großflächige Verglasung des Lesesaales und der Freihandbibliothek ermöglicht die freie Aussicht in den zentralen Bereich des Hochschulgeländes. Die Fassade erhielt einen verschiebbaren Blendschutz aus grau-blau satinierten Gläsern, der mit der Pfosten-Riegel-Konstruktion der Fassade verbunden ist.
Nach Norden und Westen wurde aus energetischen Gründen eine auf Fassade, Lüftung und Klimatisierung abgestimmte Lösung umgesetzt. Diese hat unter anderem zur Folge, dass die wärmespeichernden Stahlbetondecken im Erdgeschoss und ersten Obergeschoss nicht verkleidet und die Versorgungsrohre sowie Leitungen in sichtbaren Kabelbahnen verlegt wurden. Dies bedeutet eine hohe Flexibilität beim Umbau bzw. Nachrüsten der haustechnischen Medien.
Auf der West- und Nordseite wurde eine massive Bauweise mit Kalksandsteinsichtmauerwerk, Wärmedämmung und vorgehängten roten bzw. grauen Platten aus Mehrschichtholz und Faserzement gewählt. Diese stellen mit den beiden außenliegenden Fluchttreppen einen bewussten Kontrast zu den verglasten Fassaden dar. Innen dominieren Materialien wie Beton, Holz, Glas und ein über zwei Etagen verlegter rotbrauner Teppichboden.
Alt- und Neubau sind über einen zweigeschossigen verglasten Verbindungsgang miteinander verbunden.
Die orthogonale Struktur des Campus ist mit der neuen Gebäudekubatur in seiner einfachen und reduzierten Formen- und Materialsprache wieder aufgenommen worden und fügt sich harmonisch in das Hochschulgefüge ein.
Planungsdaten Hochschule Wismar, Bibliothek
| Bauherr | Land Mecklenburg-Vorpommern, vertreten durch Betrieb für Bau und Liegenschaften, Geschäftsbereich Schwerin |
|---|---|
| Bauzeit | 07.1999 bis 06.2002 |
| Baukosten | 4,4 Millionen Euro |
| Architekt | Betrieb für Bau und Liegenschaften, Geschäftsbereich Schwerin |
Neubau Bibliothek auf dem Campus der Hochschule Wismar
23966 Wismar, Philipp-Müller-Straße 14 A